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Isar

Tirol / Österreich - Bayerische Alpen / Deutschland

Für Landschaftsgenießer einer der beliebtesten Wildflüsse in den Alpen!

Die Obere Isar verläuft als schmaler, zumeist kristallklarer Gebirgsbach inmitten einer einsamen, wildromantischen und weitgehend unveränderten Gebirgslandschaft des Karwendelgebirges. Die Berge der Umgebung erreichen Höhen von bis zu 2700 m.

Aber auch der weiter unterhalb, zwischen Wallau und Vorderriß, liegende Abschnitt (s. Beschreibung weiter unten) bietet eine schöne Paddeltour zwischen natürlichen Kiesbänken und vielen Flussverzweigungen.

Das sogenannte Hinterautal der Oberen Isar liegt auf halber Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck, nur 5 Kilometer südlich von Mittenwald, östlich des Dorfes Scharnitz. Der zweite beschriebene Abschnitt liegt nördlich von Mittenwald und westlich des Sylvensteinstausees.

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Schon während der Anfahrt auf einem schmalen hoch gelegenen Waldweg mit dem Taxibus zur Einstiegstelle der Oberen Isar hat man auf der rechten(!) Fahrzeugseite schon vereinzelnd einen sehr schönen Blick auf die tief unten liegende Isar.

Die Zufahrt von Scharnitz in das schöne Hinterautal ist für den allgemeinen PKW-Verkehr gesperrt! Von einem großen Parkplatz am östlichen Dorfrand von Scharnitz, der zugleich auch die Ausstiegstelle für eine Befahrung der Oberen Isar darstellt, bringt ab 1. Juni des Jahres ein Taxiunternehmen die Paddler mit einem Kleinbus, einschließlich Anhänger für die Kajaks, zur Einstiegstelle. Vor dem 1. Juni ist die Fahrt der Taxis im Tal der Oberen Isar verboten. Wer schon im Mai hier paddeln möchte, dem bleibt nur der Bootswagen.

Der Parkplatz (> N 47° 23' 10.0'', E 11° 16' 00.0'') wird von der Hauptdurchgangsstraße (B 177) von Scharnitz erreicht, indem man direkt nordöstlich der auffälligen Kirche nach Osten abbiegt und dieser kleinen Straße einige hundert Meter weit folgt.

Nach der Ankunft auf dem Parkplatz am Besten dem Taxiunternehmen (Taxi-Mair, Tel. 0043/5213-5363) die Teilnehmerzahl mitteilen, für 15-30 Minuten später das Treffen auf dem Parkplatz vereinbaren und in dieser Zeit Umziehen. An Wochenenden wartet oft schon ein Taxi auf potentielle Paddler oder auch fußkranke Wanderer auf dem Parkplatz. In der Regel fahren die Taxis nicht bei weniger als 5 Personen, daher sollte man sich schon vorher in Gruppen zusammentun und ggf. noch andere Paddler auf dem Parkplatz ansprechen. Die Kosten pro Person lagen im Sommer 2009 bei 6 Euro.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Oberen Isar kann aktuell über das Internet bei http://4-paddlers.com unter Isar/Scharnitz abgefragt werden. Danach bedeuten: 115cm = Niedrigwasser, 135cm = Mittelwasser, 160cm = Hochwasser.

Ein Film von der Oberen Isar ist hier zu finden.

Zwischen Mittenwald und vor Krün befindet sich der für eine Befahrung der Isar und den anderen Flüssen dieser Region günstig gelegende Campingplatz `Isarhorn´.

Abschnitt:

Obere Isar

Oberer Futterstadel - Scharnitz

Länge und Schwierigkeit:

9,4 km WW II u. II-III

DKV-km:

km 8 - km 17,4

Befahrbarkeit:

oft ganzjährig

Landschaftsbewertung:

1

Je nach Wasserstand werden auf der Oberen Isar zwei verschiedene Einstiegstellen angefahren. Die übliche und zumeist angefahrene Einstiegsstelle ist der `Obere Futterstadel´, die höher gelegene Einstiegstelle (s. Bild unten).

Die Isar fließt zunächst auf 1 Kilometer mit schneller Strömung durch ein Kiesbett ohne besondere Schwierigkeiten WW I-II (s. Bild oben). Kehrwasser fehlen hier leider fast vollständig. Vor überhängenen Sträucher, insbesondere in den Kurven, ist jedoch ein wenig aufzupassen.

Dann folgt auch schon der schwerste Abschnitt der Oberen Isar. Dieser taucht etwas überraschend direkt in einer Linkskurve auf (s. Bild unten - Bildhintergrund). Es handelt sich hierbei um eine rund 200 m lange s-förmig verlaufende, verblockte Gefällstrecke (WW III). Ggf. kann dieser kurze Abschnitt auch unmittelbar zuvor vom linken Ufer aus am Beginn einer Felssturzzone besichtigt werden - falls man noch rechtzeitig anlanden konnte

Hiernach wird dann der `Untere Futterstadel´ erreicht - die Einstiegstelle bei niedrigen Wasserständen. Auf den nächsten Kilometern fließt die Obere Isar durch eine schöne, naturbelassene Flusslandschaft. Hier finden sich nun auch einige Kehrwasser - wenn auch nur recht kleine.

Zumeist liegen die Schwierigkeiten bei WW II. Zwei, drei Stellen sind etwas schwieriger (zwischen II+ und III-) und erfordern etwas Slalomerfahrung. In diesen Stellen, die sich oft auch in Kurven befinden, liegen einige Felsblöcken mitten in der Hauptströmung.

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Nach einigen Kilometern beginnt dann sehr schnell eine sehr schöne, völlig einsame Felsschlucht - der landschaftliche Höhepunkt der Oberen Isar (s. Bild rechts, ganz im Hintergrund Eingang in die Schlucht).

Zum Teil leichte Verblockung, vereinzelnd Prallwasser an den senkrechten Felswänden und einige kurze Schwallstrecken sind die Kennzeichen dieser Schlucht (WW II). Für den weniger versierteren Paddler ist die einfachste Fahrtlinie jedoch immer gut erkennbar. Im Verlauf der Schlucht gehen die Schwierigkeiten von WW II auf WW I-II zurück.

Nicht verpassen sollte man einen Blick in die Klamm des wunderschönen Gleirschbaches, der unmittelbar am Anfang(!) der Schlucht etwas überraschend von links in die Isar einmündet. So mancher Paddler ist hier schon vorbeigefahren, ohne den schönen Ausgang der kleine Nachbarschlucht zu bemerken.

Im Verlauf werden die Felswände etwas niedriger.

Nach der Schlucht fließt die Isar vorübergehend mäandrierend zwischen große Kiesbänken in einem weiten Tal (WW I-II). Bald darauf verengt sich das Flussbett aber wieder. Nachdem von rechts der Karwendelbach hinzufließt, heißt es dann bei einem Kieswerk am rechten Ufer nochmals aufgepasst.

Inbesondere an Werktagen kann hier ein quer durch den Fluss gespanntes Seil plötzlich hochschnellen. Vor einer Befahrung des Bereiches mit dem Seil sollte kurz mit dem Baggerfahrer Blick- oder Zeichenkontakt aufgenommen werden. Die Arbeiten werden dann in der Regel vorübergehend unterbrochen.

Bald danach, nach der darauffolgenden Brücke, an dem sich auch der Pegel der Isar befindet, wird dann die Ausstiegstelle am großen Parkplatz von Scharnitz erreicht. Da die Ufer befestigt sind und um bei der Ankunft mit dem Kajak den Ausstieg nicht zu verpassen, sollte die Stelle zum Ausstieg schon vor Fahrtbeginn kurz angeschaut werden.

Seit 2011 ist auch eine Weiterfahrt auf bis zu 13,3 Kilometer und bei bis zu WW II bis kurz vor Krün möglich. Näheres siehe unter http://4-paddlers.com. Die früher in Mittenwald vorhandenen Wehre wurden durch zumeist fahrbare Sohlrampen ersetzt.

Alle Infos zu dem o.g. Abschnitt biss Scharnitz sind vom 09. August 2009. Die Fotos sind aus verschiedenen Jahren, stellen aber alle einen niedrigen bis niedrig-mittleren Wasserstand dar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Abschnitt:

Wallgau - Vorderriß

Länge und Schwierigkeit:

13,2 km WW I (II-)

DKV-km:

km 247,7 - km 234,9

Befahrbarkeit:

oft ganzjährig

Landschaftsbewertung:

1-2

Auf dem folgenden Abschnitt durchfließt die Isar ein wunderschönes, natürlich belassenes Tal mit vielen Kiesbänken und vielen Flußverzweigungen. Man könnte fast meinen, dass man nicht mitten in Europa sondern irgendwo in Kanada ist.

Leider wird hier das meiste Wasser bis auf eine geringe Pflichtwassermenge von 4,8 cbm/sec zum Walchensee abgeleitet, so dass die natürliche Dynamik eines Flusses hier leider nicht mehr ganz vorhanden ist.

Ein Pegel kann im Internet unter www.hnd.bayern.de > Detailkarte: Isar > (Isar) Rißbachdüker abgerufen werden. Der übliche Wasserstand von 4,8 cbm/sec (= 23 cm) ist für eine lohnenswerte Fahrt zu wenig.

Nach Ansicht des Verfassers dieser Beschreibung sollte als Mindestwasserstand 30 cm (5,8 cbm/sec) angenommen werden. Selbst bei diesem sehr niedrigen Wasserstand ist dann noch öfters mit Grundberührungen zu rechnen. Wirklich lohnenswerte Fahrten beginnen erst bei 40 cm. Mit einer größeren Wassermenge ist aber zumeist nur bei hohen oder zumindest höheren Wasserständen auf der Oberen Isar zu rechnen.

Bei guten Wasserständen kann die Paddelwandertour bereits an der Straßenbrücke östlich von Krün, ca. 1 Kilometer unterhalb des Wehres von Krün, begonnen werden. Da hiernach das Wasser zum Teil im Kiesbett versickert und im Verlauf der nächsten Kilometer erst langsam wieder ans Tageslicht kommt, ist es bei niedrigen Wasserständen besser, erst am Wanderparkplatz (> N 47° 31' 08'', E 11° 17'44'') östlich von Wallgau die Paddeltour zu beginnen. Auch landschaftlich wird es ab hier erst wirklich interessant.

Dieser große Wanderparkplatz wird erreicht, indem man von der Brücke am südlichen Ortsseingang von Wallau auf der Straße Nr. 11 noch 300 m nach Norden fährt und dann in einer Linkskurve nach rechts abbiegt und dieser Nebenstraße noch 1 Kilometer bis zum Parkplatz an der Isar folgt. Hier sind Parkgebühren am Automaten zu bezahlen. Die Paddeltour kann am linken Ufer vor oder nach der Wegebrücke begonnen werden.

Wie oben schon erwähnt, reicht das Wasser oft nur so grad für eine Befahrung. Zumeist ist das Wasser nur 10-20 cm tief und hat nur eine verhältnismßig geringe Strömung. Es bleibt immer viel Zeit einen Blick auf die verhältnismäßig natürliche Flusslandschaft und auf die umliegende Berge zu werfen.

Neben dem Blick auf die umliegende Berge sollte man aber auch immer mal wieder einen vorausschauenden Blick auf den weiteren Verlauf des Flusses halten, denn öfters verzweigt sich der Fluss zwischen den Kiesbänken, dass es durchaus mal passieren kann, dass man den falschen Arm erwischt. Außerdem kann manchmal auch der eine oder andere umgekippte oder angeschwemmte Baum die Weiterfahrt behindern (s. Bild unten).

Die Schwierigkeiten dieses Abschnittes sind, abgesehen von möglichen querliegenden Bäumen oder in der Strömung befindlichen Ästen und Wurzeln, fast durchweg gering. Einzelne Kurvenschwälle bieten ein wenig Abwechslung. In schlecht einsehbaren Kurven, bei etwas schnellerer Strömung sowie den allgemein schlechten Anhaltemöglichkeiten an Kiesufern kann aber auch hier die eine oder andere Stelle für Unerfahrene durchaus gefährlich werden.

Eine Stelle, der Rißbachdüker, die aber erst zum Ende kommt, bedarf noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Die Stelle kündigt sich durch einen kanalartigen Zulauf an. Bei höheren Wasserständen hier unbedingt rechtzeitig rechtsufrig anlegen und ggf. Umtragen, falls dieses notwendig ist. Bei dem Rißbachdüker handelt es sich um einen unterirdischen Druckstollen, mit dem das Wasser des Rißbaches unter der Isar hindurch zum Walchensee geleitet wird. Das potenziell gefährliche daran ist, dass hier auf der Höhe des unterirdischen Bauwerkes der Kies evtl. nach Hochwasser weggespült wird und sich dann gefährliche Unterspülungen oder Rückläufe bilden. Deshalb sollte man sich die Situation möglichst schon beim Fahrzeugumsetzen vom Ufer kurz anschauen.

Im Mai 2009 befand sich hier lediglich ein leichter und ungefährlich zu befahrener Schwall (s. Bild unten, WW II-).

Bald darauf folgen dann rechts an einer Flussmündung die riesigen Kiesbänke des fast vollständig abgeleiteten Rißbaches. Kurz danach, direkt vor der Straßenbrücke befindet sich dann am rechten Ufer die übliche Ausstiegstelle (> N 47° 33' 33'', E 11° 26' 09''). Hier in Vorderriß kann dann anschließend auf der anderen Straßenseite noch in dem Biergarten einer Gaststätte eingekehrt werden. Bitte hier nicht auf dem Privatparkplatz parken.

Gelegentlich wird die Fahrt noch um 4 Kilometer bis zur Geschiebesperre vor dem Sylvensteinstausee fortgesetzt. Auch hier bietet die Isar noch eine interessante natürliche Flusslandschaft (s. Bild unten).

An der nicht fahrbaren Geschiebesperre ist rechtsufrig auszusetzen. Vorsicht bei Hochwasser. Am Ausstieg darf nicht geparkt werde, anscheinend soll aber eine Zufahrt zum Beladen der Kajaks erlaubt sein. An der Talstraße Nr. 307, auf der Höhe Straßenkilometer 13,2 , zweigt eine kleine Straße zur 300 m weit entfernt liegenden Geschiebesperre ab. Hier kurz nach der Abzweigung bestehen Parkmöglichkeiten (> N 47° 33' 32'', E 11° 29' 24'').

Zum Umsetzen der Fahrzeuge zwischen Wallau und Vorderriß ist eine gebührenpflichtige Privatstraße zu benutzen, die an der Nordseite des Tales mehr oder auch weniger nah an der Isar verläuft. Die Tagesgebühr ist am Beginn der Straße an einem Kassenhäuschen zu bezahlen. In Wallau zweigt diese teilweise schmale Straße relativ unscheinbar im nördlichen Teil des Ortes nach Osten ab. Unterwegs sollte man sich noch kurz die Situation am Rißbachdüker ansehen. Die Straße führt hier unmittelbar an drei einsam stehenden kleinen Gebäuden (u.a. dem Pegelhäuschen) vorbei. Der Düker liegt ungefähr 1,5 Kilometer vor der Ausstiegstelle.

Hinweis: Alle Fotos (mit einer Ausnahme) und Infos zu diesem Abschnitt basieren auf den 21. Mai 2009. Das erste Foto zu diesem Flussabschnitt wurde schon vor Jahren aufgenommen. Der Flussabschnitt hatte am Tag der übrigen Fotos einen Mindestwasserstand. Der o.g. Pegel zeigte 30 cm (5,8 cbm) an. Ein querliegender Baum konnte knapp unterfahren, ein weiterer musste umtragen werden. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich ausnahmsweise auf die üblicherweise hier vorgefundenen niedrigen Wasserstände.

Infos und Fotos (mit einer Ausnahme) von Mathias Dieckmann. Das letzte Foto ist von Thomas Hensen.

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