kajaktour.de

.

Startseite

Österreich-Karte

Schweiz-Karte

Frankreich-Karte

Flüsse

Pegel & Wetter

Camps & Touristik

Links

Gäste

Ammer

Bayern / Deutschland

Der wohl landschaftlich schönste Wildfluss Deutschlands.

Der für eine Befahrung interessanteste Abschnitt liegt ca. 70 Kilometer südwestlich von München. Der Fluss entspringt im Naturschutzgebiet des bis zu fast 2200 m hohen Ammergebirges, durchfließt dann nördlich des bekannten Passionsspielortes Oberammergau eine wunderschöne, einsame Tertiärschlucht und mündet schließlich kurz hinter Weilheim in den großen Ammersee.

Auf der üblich befahrenen Wildwasserstrecke vom Kammerl bis zur Rottenbucher Brücke verläuft die Ammer weitgehend in einer einsamen Waldschlucht aus Konglomeratgestein weit abseits jeder Straße. Auf der Fahrt durch die hügelige Landschaft des Voralpenlandes ist von dem interessantesten Abschnitt der Ammer nur kurz etwas von der hoch gelegenen Echelsbacher Brücke (ca. 3 km südlich von Rottenbuch) zu sehen.

Herbert Rittlinger schrieb über die Ammer: "Steile Ufer lassen keinen Fußweg zu, und das Boot wird zum einzigen Mittel, in dieses Paradies einzudringen."

Im Gegensatz zu vielen anderen Wildflüssen ist das Flussbett durch vielfältige Erosionsformen im anstehenden massiven Fels geprägt, wodurch immer wieder Naturstufen entstanden sind. Dazu kommen breite Kiesbankschwälle und leicht verblockte Durchfahrten.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Ammer kann aktuell über das Internet bei www.kajak.at unter `Online Pegel > Deutschland > Ammer/Peissenberg´ abgefragt werden. Danach werden die Wasserstände wie folgt bewertet: 68 cm = Niedrigwasser (zugleich erlaubtes Minimum für eine Befahrung), 100 cm = Mittelwasser, 150 cm = Hochwasser. Nach Auffassung des Verfassers liegt das Mittelwasser nicht bei 100 cm sondern bei 110 cm. Unterhalb von 75 cm ist eine Befahrung nicht mehr lohnenswert sondern nur noch eine Schrabbelei. Besser wäre folgende Einteilung:

Mindestwasser

75 cm

Niedrigwasser

80 cm

Mittelwasser

110 cm

Hochwasser

150 cm

In Saulgrub (Abzweigung von der B 23 zum Kraftwerk Kammerl) sowie an der Rottenbucher Brücke (Ausstiegstelle) wird täglich zwischen dem 1. Mai und dem 15. Oktober die Befahrbarkeit der Ammer durch eine Rot-/Grün-Tafel signalisiert.

Bitte Befahrungsregeln beachten! Sonst droht die Sperrung der Ammer! Auf dem beschriebenen Abschnitt ist eine Befahrung der Ammer nur in der Zeit vom 01.05. - 15.10. zwischen 9:00 und 17:30 Uhr ohne Anzulanden bei max. 5 Booten je Gruppe und nur bei einem Pegelstand Peißenberg von mind. 68 cm erlaubt. Außerdem ist das Kehrwasserfahren - soweit nicht zwingend notwendig - und das Spielen in den Walzen untersagt!

Bitte auch die aktuellen HInweise von März 2005 auf www.kanu-channel.de beachten!

Campingplätze gibt es in der Nähe u.a. in Rottenbuch und in Oberammergau, Zeltmöglichkeiten (und Zimmer) auch beim Naturfreundehaus von Saulgrub. Als zentraler Campingplatz für Kajaktouren auf Ammer, Isar, Loisach und Rißbach bietet sich insbesondere der Campingplatz an der Isarschleife zwischen Krün und Mittenwald an.

Abschnitt:

Kammerl - Rottenbucher Brücke

Länge und Schwierigkeit:

11,7 km WW II (III)

DKV-km:

km 168,9 - km 157,2

Befahrbarkeit:

oft ganzjährig

Landschaftsbewertung:

1

Die Einstiegstelle für den beliebtesten Abschnitt der Ammer an der Brücke des E-Werkes Kammerl wird über den kleinen Ort Saulgrub erreicht. Dieser liegt an der Bundesstraße B 23, die von Schongau nach Garmisch-Partenkirchen führt. In Saulgrub ca. 100 m nördlich des Bahnüberganges von der B 23 auf eine schmale, unauffällige Straße nach Westen in Richtung Naturfreundehaus / Kammerl abbiegen. Nach ca. 3 km Fahrt wird schließlich der Parkplatz (> N 47° 39' 42.5'', E 10° 59' 18.5'') direkt vor der Brücke der Ammer erreicht.

Vor der ersten Befahrung der Ammer sollten sich nicht ganz so erfahrene Paddler noch kurz die `Scheibum´, die mit WW III schwerste Stelle der Ammer, ansehen (s. Bild unten, bei mittlerem Wasserstand). Zu ihr gelangt man zu Fuß nach ca. 300 Metern über einen kleinen Waldweg am rechten Ufer.

Im Prinzip sieht dieser kurze gefällstarke Schwall gar nicht so schwierig aus, doch aufgrund der schräg verlaufenden Felsrippen kommt es hier zu schräg aufrollenden Walzen und Verschneidungen, die bei weniger geübten Paddlern oft zu Kenterungen führen. Notfalls kann diese Stelle auch über das rechte Ufer umtragen werden.

300 m nach der durch Felswände eingefassten engen Durchfahrt des wunderschönen `Kammerl´ (s. Bild oben) tauchen dann etwas überraschend zwei kurz hintereinander folgende Naturstufen von bis zu 80 cm Höhe auf (WW III-; siehe Bild unten).

Danach gehen die Schwierigkeiten wieder zurück (bis WW II). Alles kann nun rechtzeitig vom Kajak aus gesehen werden. Überall existieren ausgeprägte Kehrwasser.

.

.

Etwa 1,2 km hinter den o.g. Naturstufen folgen dann am linken Ufer die romantischen Schleierwasserfälle mit kleinen Tropfsteinhöhlen. Das Ufer darf nicht betreten werden, da das Kalktuffgestein und die darauf wachsenden Moose sehr trittempfindlich sind.

Direkt nach der Holzbrücke der Soyermühle (s. Bild unten) kann auf der ausgewiesenen Kiesbank für eine Brotzeit angelandet werden.

Aufgrund verschiedener Herbststürme liegen an der Ammer immer wieder einige Bäume an den Ufern und vereinzelnd auch im Flussbett. Gerade bei höheren Wasserständen heißt es daher aufpassen.

3 km nach der Holzbrücke kann man die Reste der alten Echelsbacher Brücke entdecken. Hiernach finden sich einige Stromschnellen und eine auffällige ca. 60 cm hohe Naturstufe. Hiernach folgt dann noch einmal eine für die Ammer etwas schwierigere Strecke. Dabei verengt sich das Flussbett vorübergehend zu einer etwas engeren und tieferen Schlucht (s. übernächstes Bild). Dabei wird dann auch die auf der Anfahrt mit dem Auto befahrene, hoch oben gelegene Echelsbacher Brücke unterfahren (s. Bild unten).

4 Kilometer nach der hochgelegenen Straßenbrücke und 30 m hinter einer alten Holzbrücke folgt dann das großes Wehr bei Rottenbuch. Dieses kann ca. 8 m vom linken Ufer entfernt über eine relativ spät erkennbare Bootsrutsche mit abschließender Stufe befahren werden (s. Bild unten).

Die genaue Lage der Rutsche kann an einer kleinen Vertiefung und seitlichen Erhöhungen an der Wehrkrone erkannt werden. Da die Strömung vor dem Wehr i.d.R. nicht so besonders stark ist, kann man sich mit dem Kajak langsam an die Wehrkrone herantasten. Dabei sollten jedoch die Saugwirbel des Kraftwerkeinlaufes am linken Ufer nicht ganz unbeachtet bleiben. Notfalls kann das Wehr aber auch über das rechte Ufer umtragen werden.

Da hier ein großer Teil des Wassers abgeleitet wird, kann es bei niedrigen Wasserständen auf den verbleibenden 500 m bis zum Ausstieg unterhalb der nachfolgenden Brücke schon etwas steinig werden.

Der Ausstieg liegt am linken Ufer direkt unter der Rottenbucher Brücke. Von hier führt eine kurze steile Treppe zum oben liegenden Parkplatz (> N 47° 44' 08.0'', E 10° 58' 29.0''). Dieser Parkplatz wird erreicht, indem man im Ort Rottenbuch von der B 23 in Richtung Kloster Rottenbuch bzw. Peißenberg abbiegt. Der Parkplatz folgt dann nach ca. 1,5 km am Ende der Serpentine auf der linken Seite kurz vor der Brücke.

Hinweis: Alle Fotos (bis auf das Foto von der Scheibum) und Infos basieren auf den 10. Mai 2008. Der Fluss hatte an diesem Tag einen Wasserstand der zwischen niedrig und mittel lag. Der o.g. Pegel Ammer/Peissenberg bei kajak.at zeigte 92 cm an. Bis auf einen Baumverhau auf halber Strecke war alles durchgehend fahrbar. Der Baumverhau konnte rechtzeitig erkannt und über eine Kiesbank am linken Ufer gut umtragen werden. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Abschnitt:

Rottenbucher Brücke - Böbinger Brücke

Länge und Schwierigkeit:

14,2 km WW II-I

DKV-km:

km 157,2 - km 143,0

Befahrbarkeit:

oft ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2+ / 2-

Öfters wird auch der nachfolgende Abschnitt bis zur Böbinger Straßenbrücke (> N 47° 46' 28.0'', E 11° 03' 01.0'') südlich von Peißenberg befahren. Dieser Abschnitt ist etwas einfacher als der obere Abschnitt der Ammer. Der Abschnitt gliedert sich in zwei Teile auf, die sich wildwassertechnisch und landschaftlich etwas voneinander unterscheiden.

Auf der ersten Hälfte verläuft die Ammer durch ein schönes einsames schmales Waldtal. Einige sehr schöne, wenn auch nur wenige Stufen (s. Bild unten), einige Schwellen an querverlaufenden Felsrippen (s. nachfolgendes Bild) und einige wenige Schwälle sorgen hier für Fahrspaß.

Kurz vor der Hälfte des Abschnittes schwengt die Ammer an einer kleinen Fußgängerbrücke (s. Bild unten) ihren Verlauf von Süd-Nord nach West-Ost. Hier an der Brücke kann, wer möchte, an einem gekennzeichneten Platz Pause gemacht werden.

Ein Kilometer später wird ein Wehr erreicht. Im linken Drittel befindet sich eine Bootsrutsche (s. Bild unten), die jedoch in sehr turbolentem Unterwasser endet, so dass es evtl. besser ist das Wehr zu umtragen. Ca. 50 m und für geübtere Paddler ca. 10 m vor dem Wehr kann am linken Ufer angelegt werden und das Wehr auf eine mögliche Befahrung erkundet oder hier auch über einen Weg umtragen werden.

Nach dem Wehr ändert sich der Charakter des Flusses. Das vorhergehende schmale Waldtal öffnet sich zu einem weiten Tal, die Landschaft wirkt nun relativ flach. Der Fluss mäandriert zeitweise zwischen größeren Kiesbänken mit vielen Baumleichen und Holzverhauen (s. Bild unten). Hier ist ein wenig vor querliegenden Bäumen aufzupassen. Wildwassertechnisch bieten lediglich einige wenige Kiesbankschwälle (s. nachfolgendes Bild) etwas Abwechslung.

An der folgenden Straßenbrücke, der sogenannten Böbinger Brücke, kann schließlich die Fahrt am rechten Ufer unter der Brücke oder kurz danach beendet werden. Oberhalb der Böschung befinden einige Parkplätze (> N 47° 46' 28.0'', E 11° 03' 01.0'') im Wald. Die Straßenbrücke liegt südlich von Peißenberg, zwischen Peißenberg und Böbingen. Über Böbingen in Fahrrichtung Rottenbuch erfolgt auch die Anfahrt zur Einstiegstelle.

Hinweis: Alle Fotos und Infos zu diesem Abschnitt basieren auf den 16. Mai 2009. Der Flussabschnitt hatte an diesem Tag einen niedrigen Wasserstand. Der o.g. Pegel Ammer/Peissenberg bei kajak.at zeigte 87cm an. Ein querliegender Baum ca. 1 Kilometer hinter dem Wehr konnte mit Schwung knapp überfahren werden. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Alle Infos und Fotos von Mathias Dieckmann

Translate I Österreich-Karte I Seitenanfang I Flüsse