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Vorderrhein


Graubünden / Schweiz


Einer der Klassiker in den Alpen mit einer imposanten Kalksteinschlucht!

Der Vorderrhein ist einer der landschaftlich interessantesten Flüsse der Schweiz. Er entspringt in 3000 m hohen Bergen in der Nähe des Gotthardtunnels. Einige Kilometer unterhalb der Stadt Ilanz bis kurz vor Reichenau durchbricht der Fluss die große Flimser-Schlucht. Das besondere an dieser Schlucht sind die riesigen Bergsturzzonen, bei denen das typische weiße Kalkgestein freigelegt wurde (s. Bild unten). In Reichenau verbündet sich der Vorderrhein mit dem von Süden hinzufließenden Hinterrhein zum Rhein.

Die nachfolgend beschriebenen Abschnitte der ganzjährig befahrbaren Flimser-Schlucht liegen ca. 80 km südlich vom Bodensee, 10 km westlich der Stadt Chur.

Der Wildwasserfahrer wird sich evtl. eher auf die erste Hälfte der Flimser-Schlucht, d.h. auf den Abchnitt von Ilanz bis Versam, konzentrieren, der sportliche Wanderfahrer dagegen nur auf die zweite Hälfte, d.h. auf den Abschnitt von Versam bis Reichenau. Aber auch beim ersten Abschnitt lassen sich die schwersten Stellen meistens etwas Umfahren. Landschaftlich lohnend sind beide Abschnitte gleichermaßen! Abgesehen von einem Wanderweg und der gelegentlich immer wieder aus Tunneln auftauchenden Eisenbahn verläuft der Vorderrhein nach einigen Kilometern hinter Ilanz bis nach Reichenau völlig einsam. Aber auch der nicht ganz so populäre Oberlauf des Vorderrheins, z.B. zwischen Compadials und Tavanasa, bietet im Frühsommer sehr interessantes, lohnenswertes Wildwasser.

Da die Bahnstrecke zwischen Ilanz und Reichenau immer parallel zum Fluss verläuft, ist das Umsetzen mit der Bahn empfehlenswert. Zwischen Versam und Ilanz ist dieses sogar sehr gut mit Kajaks möglich.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Landquart kann am besten über die Website https://rivermap.org oder über die installierte App https://www.riverapp.net/de abgefragt werden.

In der Vorderrhein-Region existieren eine Vielzahl von Campingplätzen:  z. B. `Camping Trun´ (linksrheinisch) und `Camping Carrera´ (rechtsrheinisch).


Abschnitt:

Oberer Vorderrhein


Compadials - Tavanasa

Länge und Schwierigkeit:

10,5 km WW II-III (III+, IV+)

DKV-km:

km 45,5 - km 35,0

Befahrbarkeit:

bis Juli

Landschaftsbewertung:

2


Nicht so bekannt wie die Flimser-Schlucht und auch nicht so häufig fahrbar ist dieser Abschnitt des oberen Vorderrheins. Er bietet zumeist bis zum Anfang des Sommers sehr interessantes Wildwasser im mittleren Schwierigkeitsbereich.

Der Einstieg wird wie folgt erreicht: Zunächst fährt man auf der Straße Nr. 19 bis zum Dorf Somvix (Sumvitg). Hier zweigt am westlichen Ende des Dorfes eine Straße zum tief unten im Tal gelegenen Dorf Compadials ab. Dieser Straße bis hinter dem Dorf folgen. Hier quert die Straße den Fluss. Eine gute Einstiegstelle befindet sich am rechten Ufer ca. 100 m flussaufwärts in der Nähe eines einzeln stehenden Gebäudes (> N 46° 43' 18'', E 08° 54' 49'').

Ab hier bis zum Campingplatz von Trun folgen in regelmäßigen Abständen leicht bis mäßig-schwer verblockte Schwallstrecken (s. Bild unten) mit vielen Kehrwässern in einem offenen Flussbett. Bei normalen Wasserständen bietet dieser Abschnitt sehr viele schöne Übungs- und Spielstellen für Paddler, die sich im mittleren Schwierigkeitsbereich zu Hause fühlen.

Nach 3 Kilometer durchfließt der Vorderrhein vorübergehend zwischen breiten Kiesbänken (s. Bild unten).

Danach folgt wieder herrliches Wildwasser. Hier einer der gefällstärksten Schwälle (s. Bild unten).

An einer Flussteilung sollte lieber der linke Arm und nicht der rechte in der Außenkurve liegende Arm gewählt werden, da das Wasser des rechten Armes gefällstark und verblockt, aber auch etwas steckgefährlich beim Zusammentreffen mit dem linken Arm hinunterstürzt (s. Bild unten; am linken Bildrand).

Auf längeren Strecken immer wieder schöne, übersichtlich Verblockung.

Der übliche Ausstieg bei Trun befindet sich direkt vor, ggf. auch noch nach der Blockwurfstufe (s. Bild unten) am Truner Campingplatz (> N 46° 44' 28'', E 08° 59' 40''). Diese Blockwurfstufe war früher extrem steckgefährlich, nach Hochwasserereignissen hat sich dieses inzwischen geändert. Zumindest bei bis zu mittleren Wasserständen kann die Stufe ganz links auf der sehr schmalen Stromzunge befahren werden (WW IV).

Insbesondere bei mehr als mittleren Wasserstand sollte die Stelle unbedingt vor der Befahrung angesehen werden. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Stufe nach dem nächsten Hochwasser nicht wieder verändert.

Wer auf dem Campingplatz seinen Standort hat, beendet hier (DKV-km 38,6) nach 7 Kilometern zumeist die Tour. Man kann aber auch noch 2,3 Kilometer dranhängen und erst am Kraftwerk von Tavanesa die Tour beenden.

Bald nach der Stufe verläuft der Vorderrhein auf fast einem Kilometer durch ein großes Kiesbett mit dem entsprechend niedrigen Schwierigkeiten. Dann kurz vor der Straßenbrücke der Talstraße nehmen die Schwierigkeiten mit mäßig-schwerer Verblockung, teilweise auch einem Schwall mit kleinen Stufen vorübergehend zu (bis WW III+; s. Bild unten).

Nach einer Erholungspause folgt dann zum Ende des Abschnittes ein langer, stärker verblockter Schwall (WW IV+; s. Bild unten).

Der Ausstieg befindet sich dann im Bereich des Rückstau des großen unfahrbaren Wehres von Tavanasa (> N 46° 44' 59'', E 09° 02' 14''). Hier kann am linken Ufer an einer kleinen Treppe oder auch schon einige Meter davor die Fahrt beendet werden.

Um die oberhalb liegende Parkmöglichkeiten zu erreichen ist das Kraftwerksgelände zu befahren. Dieses ist nicht abgesperrt. Auch Wanderer, Radfahrer queren das Gelände. Von der Hauptzufahrt auf der Talstraße das ganze Gelände flussabwärts durchfahren und hierbei noch über eine der beiden Brücken die Flussseite zu wechseln.

Hinweis: Alle Infos zu diesen Flussabschnitt basieren auf den 31. Juli 2010. Die Fotos bis einschließlich der Stufe bei Trun sind vom 25. Juni 2009. Am Tag dieser Fotos hatte der Flussabschnitt einen nicht ganz mittleren Wasserstand. Die letzten beiden Fotos sind vom 31. Juli 2010. Am Tag dieser Fotos hatte der Flussabschnitt einen Wasserstand, der zwischen niedrig und mittel lag. Alles war durchgehend befahrbar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände. Infos und Fotos von Mathias Dieckmann.



Abschnitt:

Flimser Schlucht - 1. Hälfte


Ilanz - Versam

Länge und Schwierigkeit:

10,2 km WW II-III

DKV-km:

km 20,4 - km 10,2

Befahrbarkeit:

ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2-1


Der Einstieg für die Flimser-Schlucht kann in der Nähe des Bahnhofes von Ilanz erfolgen (> N 46° 46' 31'', E 09° 12' 32''). Hier sind jedoch Parkgebühren zu bezahlen und die Kajaks längs der Bahnstrecke zum Glenner zu tragen oder die Paddeltour mit einer Bahnfahrt zu kombinieren.

Die übliche Einstiegstelle für Kajaks befindet sich am östlichen Ortsrand von Ilanz in Richtung Versam an der Straßenbrücke (> N 46° 46' 27.5'', E 09° 12' 40'') über dem Fluss Glenner. Hier stehen beidseitig der Brücke gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung (am Sonntag kostenlos). Die auffälliger Einstiegstelle liegt auf der westlichen Seite der Glennerbrücke, einige Meter flussabwärts.

Nach 150 Meter auf dem schmalen Glenner mit schneller Strömung und leichter Verblockung wird der breite Vorderrhein mit seinem offenen Charakter und seinem am Anfang noch breiten Kiesbänken erreicht.

Bei mittleren Wasserständen kündigt er sich hier an der Einmündung des Glenners schon mit hohen Wellen an. Auch auf den folgenden Kilometern befinden sich immer wieder Passagen mit hohen und wuchtigen Wellen aber auch längere ruhigere Fließabschnitte.

Auf den ersten Kilometern strömt der Vorderrhein noch durch ein sehr breites Tal. Eigentlich gibt es in der Flimser-Schlucht kaum Verblockung. Einige wenige große Felsblöcke können fast immer in größeren Abständen umfahren werden. Die hohen Wellen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Die gelegentlich hier in den Schwällen befindlichen kräftigen Walzen und Löcher können bei ein wenig Aufmerksamkeit zumeist immer oder zumindest über nicht ganz so kräftige Walzen umfahren werden.

Im weiteren Verlauf der Fahrt liegen vereinzelnd große Felsblöcke in der Strömung, einige kräftige Schwälle (s. Bild unten) mit leichter Verblockung bilden höhere Wellen.

Der Vorderrhein fließt nach einigen Kilometern durch ein langsam enger werdendes Waldtal. Die Ufer werden steiler und rücken näher an das Flussbett heran. Es beginnt die eigentliche Flimser-Schlucht. Im weiteren Verlauf tauchen die ersten beeindruckenden fast weißen Felswände aus Kalkgestein auf (s. Bilder unten).

Nach einiger Zeit wird von Weitem eine Talaufweitung mit einer riesigen Kiesbank sichtbar. Im September 2021 ließ schon 200-300 m vorher die Strömung nach. Die Uferbäume stehen auch bei Niedrigwasser unter Wasser. Der Fluss macht vor der riesigen Kiesbank eine scharfe Linkskurve.

Hier sollte unbedingt am rechten Ufer, unmittelbar vor der Linkskurve, angelandet werden und die nachfolgenden rund 300 Meter erkundet werden. Vorsicht bei größeren Gruppen. Es folgt das sogenannte `Schwarze Loch´, einer oft stark angeströmten und teilweise unterspülten riesigen Felswand, deren Situation sich immer wieder ändert (s. unten rechts im Bild; Stand: September 2021; alle drei nachfolgenden Bilder bei Niedrigwasser).


Derzeit folgte unmittelbar nach der Linkskurve eine wuchtige, verblockte Gefällstrecke, die kurz vor dem Ende, bei höheren Wasserständen in das berüchtigte `Schwarze Loch´ und bei Niedrigwasser knapp an ihr vorbei zu einer stark angeströmten Felswand und einem Abfall führt (s. nachfolgendes Bild).



Die Situation kann sich nach jedem Hochwasser wieder ändern. Deshalb die sollte Situation vor einer Befahrung diese Bereiches immer vorher erkundet werden!

Nach 200 m eher leichtem Wildwasser (s. Bild oben) noch ein kräftiger Schwall (s. Bild unten; hier bei mittleren Wasserständen).

Nach einiger Zeit wird am rechten Ufer die erste mögliche Ausstiegstelle beim Bahnhof von Versam erreicht. Die Anlegestelle ist weithin sichbar mit Schildern gekennzeichnet.


Alle Infos zu diesen Flussabschnitt basieren auf die beiden letzten Befahrungen am 05. u. 06. September 2021 und sind wie die Fotos von Mathias Dieckmann. An diesem Tag war alles durchgehend befahrbar. Die Fotos sind aus verschiedenen Jahren. Bilder Nr. 1-4 und Nr. 8 wurden bei mittleren Wasserständen am 26. Juni 2009 aufgenommen. Der o.g. Pegel zeigte damals um 50 cbm/sec an. Bilder Nr. 5-7 wurden am 05. September 2021 bei Niedrigwasser und 16,5 cbm/sec aufgenommen.


Abschnitt:

Flimser Schlucht - 2. Hälfte


Versam - Reichenau

Länge und Schwierigkeit:

10 km WW II-I

DKV-km:

km 10,2 - km 0,2

Befahrbarkeit:

ganzjährig

Landschaftsbewertung:

1


Wer erst bei Versam einsteigt, hat die größten wildwassertechnischen Schwierigkeiten hinter sich, aber den zweiten Teil der imposanten Schlucht noch vor sich.

Der Bahnhof von Versam wird mit dem PKW erreicht, indem man am westlichen Rand der kleinen Ortschaft Versam in einer Kurve von der Hauptstraße abbiegt und der kleinen Straße zum ausgeschilderten Bahnhof (> N 46° 48' 26'', E 09° 18' 41'') weit unten im Tal folgt. Hier befindet sich auch die bekannte Kanuschule Versam, ein Kanu-Shop und ein empfehlenswerter Biergarten.

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Insgesamt ist dieser Abschnitt noch schöner als der Abschnitt oberhalb von Versam, da er noch länger an den hohen beeindruckenden Kalkfelsen vorbeiführt.

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Aber auch hier gibt es, zumindest am Anfang, noch den einen oder anderen Schwall mit höheren Wellen. Später nehmen die Fließstrecken immer mehr überhand.

Vor einzelnen an- und unterspülten Felswänden in den Außenkurven sollte ein wenig aufgepasst werden.

Das schwierigste auf diesem Abschnitt sind einzelne großen Verschneidungen und teilweise auch einzelne Pilze mit dem entsprechenden Kabbelwasser, das das Navigieren mit dem Kajak sehr erschwert und manchmal unberechenbar macht. Den Verschneidungen kann man oft nicht ausweichen. Auch für sportlich ambitionierte Wanderpaddler sind diese einzelnen Stellen nicht immer einfach zu befahren.

Aufgrund der Breite des Flusses ist für mögliche Schwimmer nicht so schnell möglich, das rettende Ufer zu erreichen. Das Bergen von Canadiern wird daher nicht so einfach.

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Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten liegen zunächst noch bei bis zu WW II, gehen aber im weiteren Verlauf des Abschnittes auf bis zu WW I zurück.

Auf den letzten Kilometern treten die Schluchtwände aus Kalkgestein zurück. Der Vorderrhein fließt wieder durch ein engeres Waldtal.

Kurz vor einer schon von Weitem sichtbaren Straßenbrücke muß dann leider die Tour an der rechts liegenden Kiesbank beendet werden. Oberhalb befindet sich ein großer gebührenpflichtiger Parkplatz und das Gebäude eines Raftunternehmens. 2021 kosteten hier eine Stunde einen Franken. Ein Tagesticket gibt es hier leider nicht. Kurz nach der Straßenbrücke fließt von rechts der Hinterrhein zum Vorderrhein hinzu.

Das Raftunternehmen (> N 46° 49' 29'', E 09° 24' 22'') bzw. die vorgenannte Straßenbrücke über den Vorderrhein ist am Schnellsten von der Schnellstraße Nr. 19 zu erreichen, in dem man auf der Höhe von Tamins entsprechend der Beschilderung nach Reichenau abbiegt. Kurz darauf wird dann auch schon die Brücke über den Vorderrhein überfahren.

Der Bahnhof Reichenau befindet sich übrigens einige hundert Meter östlich und ist schnell über zwei hintereinander folgende Straßenbrücken fußläufig erreichbar.

Alle Infos zu diesen Flussabschnitt basieren auf die beiden letzten Befahrungen am 05. u. 06. September 2021. An diesem Tag war alles durchgehend befahrbar. Die Fotos wurden in verschiedenen Jahren und sowohl bei niedrigen als auch bei mittleren Wasserständen aufgenommen.

Alle Infos und Fotos von Mathias Dieckmann.




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