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Hinterrhein

Graubünden / Schweiz

Abschnitt:

Oberer Hinterrhein

Hinterrhein - Splügen

Länge und Schwierigkeit:

11 km WW III(+)

DKV-km:

km 9,5 - km 20,5

Befahrbarkeit:

evtl. bis August

Landschaftsbewertung:

2-3+

Der Oberlauf des Hinterrheins verläuft auf ca. 1600 Höhenmeter und ist damit einer der höchstgelegenen Flussabschnitte der Alpen.

Von Deutschland wird dieser Flussabschnitt am schnellsten erreicht, indem man von Bregenz am Bodensee nach Süden bis Chur und dann noch 50 bzw. 60 Kilometer weiter über Thusis in Richtung Tessin bzw. bis kurz vor dem San Bernardino-Tunnel oder dem San Bernardino-Pass fährt. Da der Hinterrhein oft auch noch im Hochsommer fahrbar ist, wird er zumeist in Verbindung mit Touren auf dem Vorderrhein evtl. auch der Albula befahren.

Der noch kleine Fluss bietet auf fast der gesamten Strecke bis kurz vor Splügen interessantes Wildwasser mit leichter bis mäßig-schwerer Verblockung und einer Vielzahl von ca. 0,3 bis 1,0 m hohen Stufen. Gegenüber früheren Jahren soll der Fluss im Jahr 2007 insbesondere im unteren Teilabschnitt etwas `holziger´ geworden sein. Leider wurden in den vergangenen Jahren auch die Ufer immer mehr mit großen, teilweise scharfkantigen Felsblöcken vor Abtragungen bei Hochwasserereignissen geschützt. Dennoch bleibt der Abschnitt wegen seinen vielen interessanten Stellen weiterhin einer der Standartflüsse in der Schweiz.

Die aktuelle Wassermenge vom Einstieg des Oberen Hinterrheins kann seit einigen Jahren im Internet unter dem Internetpegel `Hinterrhein - Hinterrhein, Schiessplatz´ auf der Webseite von www.hydrodaten.admin.ch/d/index.htm abgefragt werden. Zu beachten ist, dass wegen dem Verlauf der täglichen Schneeschmelze und dem Ankommen dieses Wassers die Wassermenge mittags um 14 Uhr am Einstieg immer am geringsten ist. Als Mindestwasser am Einstieg kann 3 cbm/sec angesehen werden. Richtig Spaß macht der Flussabschnitt natürlich erst bei einigen Kubikmeter mehr.

Der Einstieg kann an einer geeigneten Stelle nahe der Talstraße vor dem Bernardino-Tunnel-Nordausgang erfolgen. Hierzu an der Ausfahrt Hinterrhein die Schnellstraße N 13 verlassen und auf der Talstraße bis zu einer geeigneten Einstiegstelle am Fluss noch 200-400 flussaufwärts fahren (> N 46° 31' 30'', E 09° 11' 12'').

Umgeben von bis zu 3280 m hohen schneebedeckten Bergen verläuft der Hinterrhein zunächst auf etwas über einem Kilometer durch eher uninteressante Kiesbänke. Inmitten dieser Kiesbankstrecke existiert eine große, quer über den Fluss verlaufende Felsbarre mit einer langen, zweiteiligen Rutsche auf (s. Bild unten).

Vor der möglichen Befahrung sollte diese Rutsche besichtigt werden. Wegen den nicht so einladenen Spundwänden ca. 1,5 m rechts neben der schnellen Hauptströmung und wegen vorhandener Steine in der Fahrrinne sowie rechts unterhalb der Rutsche, kann sie aber am rechten Ufer auch leicht Umtragen werden. Sonst bietet sie eine rasante Abfahrt mit luftdurchsetztem, quirligem Unterwasser.

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Nach der Kiesbankstrecke bietet der Hinterrhein dann schönes Wildwasser in herrlicher Landschaft. Vom Kajak bzw. aus dem Kehrwasser heraus kann dabei fast alles übersehen werden.

Viele schöne Stufen laden zum Spielen ein.

Dennoch ist nun auf eine erste schwerere Passage hinzuweisen. Diese folgt ca. 600 m nach dem Ende der Kiesbankstrecke kurz nach einer Rechtskurve. Es handelt sich hierbei um eine ca. 200 m lange stufige und verblockte Strecke mit wenigen bzw. nur kleinen Kehrwassern (s. beide Bilder unten). Eine Besichtigung und ggf. auch Umtragung ist linksufrig wohl im Prinzip möglich, aber bei den vielen Felsblöcken und dem steilen Hang sehr mühsam.

Auf der Weiterfahrt bietet der Fluss wieder die üblichen vielen kleinen und vereinzelt auch etwas größere Stufen (s. Bild unten. Hinweis: Diese hohe Stufe scheint inzwischen nicht mehr zu bestehen).

Sollte der Wasserstand für eine Befahrung ab dem Ort Hinterrhein nicht ausreichend sein, bietet sich in Nufenen an der Brücke (DKV-km 13,5 > N 46° 32' 14'', E 09° 14' 42''), die in ein kleines auffälliges südliches Nebental führt, eine weitere gute Einstiegstelle für die verbleibenden 7 Kilometer bis zur Ausstiegstelle in Splügen. Bald nach dieser Brücke bringt ein rechter Zufluss spürbar Zuschusswasser.

5 Kilometer nach der Brücke von Nufenen, nach einer Rechtskurve, die zweite etwas schwierigere Stelle des Hinterrheins (WW III+). Nachdem man zu Beginn dieser Passage bei schneller Strömung von der linken zur rechten Flussseite hinübergewechselt hat, fordert ein überraschend auftauchendes `Loch´ mit kräftiger Walze den Paddler (s. beide Bilder unten).

Zum Ende liegt auf der Höhe des Campingplatzes von Splügen noch ein größeres aber fahrbares Blockwurfwehr (s. Bild unten).

Bei Mindestwasser (s. Bild oben) kann eine Befahrung (von der Mitte nach rechts) aber schon etwas hakelig werden.

500 m nach dem Wehr und noch 200 m vor der Straßenbrücke des Dorfes Splügen befindet sich am linken Ufer hinter einem Sägewerk/Holzlagerplatz, am Ende einer großen Kiesbank, die übliche Ausstiegstelle. Über einem Trampelpfad kann der oberhalb der Böschung liegende Parkplatz erreicht werden. Der Parkplatz (> N 46° 33' 06'', E 09° 19' 11'') wird von der Schnellstraße N 13 über die Abfahrt Splügen erreicht. Vom Ortszentrum Splügen noch 200 m flussaufwärts.

Hinweis: Die Infos basieren auf der letzten Befahrung am 28. Juli 2010 und sind einschließlich den Fotos von Mathias Dieckmann. Alles war durchgehend befahrbar. Die Fotos sind aus verschiedenen Jahren und wurden überwiegend bei mittleren Wasserständen, zwei jedoch (Nr. 4 u. 8) bei Mindestwasser aufgenommen. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

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