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Ubaye

Hochalpen / Frankreich

Einer der Wildwasserklassiker in Südfrankreich.

Je nach Jahreszeit bieten sich hier unterschiedliche Abschnitte für eine Befahrung an. Die unteren Abschnitte des Flusses sind auch noch im Hochsommer befahrbar. Nachfolgend wird lediglich der untere Standartabschnitt der Ubaye beschrieben. Im späten Frühjahr wird hier oft Hochwasser vorgefunden. Dann bietet sich die Befahrung der oberen Abschnitte der Ubaye sowie des Zuflusses Bachelard an. Während eines einwöchigen Paddelurlaubes an der Durance wird zumeist für einen Tag auch die Ubaye besucht.

Die Ubaye entspringt an der italienischen Grenze in Bergen von bis zu 3400 m Höhe, durchfließt die Stadt Barcelonnette und mündet nach insgesamt 70 Kilometern in den riesigen Stausee Lac de Serre-Poncon der Durance.

Der Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Ubaye, der Durance und der anderen Durancezuflüsse kann im Internet bei http://brianconfesteve.free.fr/nivodo.html abgefragt werden. Die Wasserstände werden hier während der Saison jedoch nur unregelmäßig in ein- bis zweiwöchigen Abständen aktualisiert.

An der Ubaye gibt es mehrere direkt am Fluss liegende Campingplätze. Ein schöner, ruhiger und für die nachfolgend beschriebene Strecke günstig gelegener Campingplatz (Camping `Les Bois des Hoches´) befindet sich östlich des Ortsrandes von Le Lauzet.

Abschnitt:

Untere Standartstrecke (Race Course)

Le Martinet - Le Lauzet

Länge und Schwierigkeit:

8 km WW III-IV

DKV-km:

km 60 - km 67

Befahrbarkeit:

ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2 (1)

Wer vom riesigen, 30 Quadratkilometer großen Stausee Lac de Serre-Poncon südwestlich von Embrun die Ubaye anfährt, wird im Mündungsbereich der Ubaye bemerken, dass der zuvor noch strahlendhellblaue Lac de Serre-Poncon plötzlich eine gräuliche Färbung annimmt. Dieses rührt vom Abrieb der Steine aus dem Oberlauf der Ubaye hervor. Nach Regen kann die Flussfarbe sogar bis ins Grauschwarze gehen. Nach einer längeren Trockenperiode ist es aber auch möglich, dass die Ubaye glasklar wird.

Nachdem der Lac de Serre-Poncon hinter einem liegt, wird über die Straße D 900 der kleine Ort Le Lauzet erreicht. Hier befindet sich die übliche Ausstiegstelle der unteren Standartstrecke der Ubaye.

Die Ausstiegstelle wird wie folgt erreicht: Zum Ortsende fällt einem am rechten Straßenrand ein mehrere Meter hohes Denkmal mitten in der Verkehrs- und Parkplatzfläche auf. Hier rechts Abbiegen und der Straße zunächst in Richtung eines weit unten liegenden Badesee folgen. Bald führt diese Straße unter die D 900 hindurch. An der zweiten Gabelung dann rechts abbiegen. Kurz darauf wird dann eine zumeist intensiv auf beiden Seiten beparkte Straße (>
N 44° 26' 08'', E 06° 25' 31'') an einem einfachen kleinen Campingplatz erreicht.

Unterhalb des Campingplatzes führt ein breiter mit Stufen befestigter Weg zum Fluss. Hierüber können später die Kajaks zu den Autos hoch getragen werden. Wer die Ausstiegstelle am Fluss nicht kennt, sollte vor der Fahrt zur Einstiegstelle noch einen kurzen Blick darauf werfen.

Zur Einstiegstelle fährt man von Le Lauzet auf der D 900 sechs Kilometer weiter flussaufwärts bis kurz vor der großen Straßenbrücke von Le Martinet. Kurz vor der Brücke rechts nach Le Martinet abbiegen und der Straße ca. 1 Kilometer flussaufwärts folgen. Bald werden die Parkplätze (>
N 44° 23' 47.0'', E 06° 29' 14.5'') einer großen Raftstation an der alten inzwischen gesperrten Steinbrücke von Le Martinet erreicht. Direkt oberhalb der Brücke befindet sich der übliche Einstieg am linken Flussufer.

Der folgende Abschnitt der Ubaye bietet eine schnelle Strömung, übersichtliches Wildwasser mit Blockstrecken und wuchtigen Schwällen in schöner Landschaft (s. Bilder unten). Das durchschnittliche Gefälle dieses Abschnittes beträgt 12 ‰.

Nach einem etwas schwereren Anfang lassen die Schwierigkeiten im mittleren Teil auf einem etwas längeren Stück etwas nach (s. Bild unten), bevor sie zum Ende wieder zunehmen.

Bei mittleren Wasserständen betragen die Schwierigkeiten auf der unteren Standartstrecke der Ubaye WW III-IV. Bei höheren Wasserständen können die Schwierigkeiten deutlich zunehmen.

Aufgrund der zumeist vorhandenen Graufärbung können die Felsblöcke im Flussbett oft nur schlecht erkannt werden. Auch bei niedrigen Wasserständen ist die beste Fahrroute daher nicht immer sofort erkennbar. Viele Stellen sehen dann aber auch eindrucksvoller aus als sie sind.

Nach 6 Kilometern führt die Fahrt an dem am linken Ufer schön gelegenen Campingplatz `Les Bois des Hoches´ vorbei.

Hiernach geht es dann in eine kurze schöne Klamm mit hohen senkrechten Felswänden (s. Bild unten). Direkt hinter einer hochgelegenen neueren Straßenbrücke befindet sich eine alte von den Römern gebaute Brücke.

In der nur wenige Meter breiten Klamm sind die Schwierigkeiten verhältnismäßig gering. Danach öffnet sich die Klamm langsam wieder zu einer etwas offeneren Schlucht (s. Bild unten). Vorübergehend nehmen die Schwierigkeiten teilweise wieder ein wenig zu.

Ca. 1 Kilometer nach Klammbeginn, noch vor der nachfolgenden Brücke, wird dann am linken Ufer die oben beschriebene Ausstiegstelle erreicht. Aber Vorsicht! Wer hier den Ausstieg versäumt, gelangt direkt danach in die sehr schwierig zu fahrende Royalschlucht, WW V (VI). Ein Fahrtabbruch ist dann nicht mehr möglich!

Nach der Paddeltour bietet sich ein (kostenloser) Besuch des kleinen Badesees bei Le Lauzet an.

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf den 20. Juli 2005. Der Flussabschnitt hatte an diesem Tag einen guten niedrigen Wasserstand. Alles war durchgehend befahrbar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

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