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Glenner

Graubünden / Schweiz

Der Glenner - rätoromanisch Glogn - ist ein interessanter Wildfluss mit zwei möglichen Abschnitten. Wer sportliche Katarakte mit etwas Wasserwucht und einen Fluss mit schneller Strömung sucht, wird hier seinen Spass haben.

Der Fluss liegt im äußersten Westen des Kantons Graubünden, ca. 40 Kilometer westlich der Stadt Chur. Bis Ende Mai ist der Glenner nur von Osten über Chur erreichbar. Ab 1. Juni öffnet der Oberalppass bei Andermatt und der Fluss kann auch von Nordwesten aus Richtung Luzern angefahren werden.

Der Glenner entspringt an der Grenze zum Tessin in einer Region mit Bergen von bis zu 3100 m Höhe, durchfließt das schöne Lumnezia-Tal und mündet bei der Stadt Ilanz in den hier schon inzwischen breit gewordenen Vorderrhein. Im Oberlauf hat sich der Fluss in den Jahrtausenden tief in das Tal eingeschnitten. Teilweise verläuft er hier durch eine Schlucht mit schwarzen Schiefergestein. Insbesondere während der Schneeschmelze und nach Regenfällen führt der Fluss dann dunkelgraues Wasser.

Zumeist wird nur der etwas leichtere Unterlauf des Glenners gefahren - öfters auch im Zusammenhang mit einer Befahrung des Vorderrhein bis Versam. Aber auch der etwas unbekanntere, etwas mühsamere und schwierigere Oberlauf ist durchaus lohnenswert.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung des Glenners kann aktuell über das Internet bei www.swisscanoe.ch unter `Wasserstände´ abgefragt werden. Die beste Jahreszeit für eine Befahrung ist die Zeit der Schneeschmelze, d.h. zumeist bis August.

Die nächstgelegenen Campingplätze befinden sich in Trun und kurz vor Flims. Zumeist wird von den Kajakfahrern der Platz bei Trun (`TCS-Camping Trun´) bevorzugt.

Abschnitt:

Oberer Glenner

Brücke oberhalb Vrin - Brücke Surin

Länge und Schwierigkeit:

6 km WW IV-IV+(X)

DKV-km:

km 6 - km 12

Befahrbarkeit:

meist ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2

Erreichen kann man den oberen Glenner nur durch eine einzige Straße. Diese führt vom südwestlichen Ortsrand von Ilanz in Richtung Lumbrein und dem sehenswerten Vrin. Die Straße geht steil bergan und wird im weiteren Verlauf immer schlechter und schmaler. Auf der Fahrt zur Ausstieg- bzw. der darauf folgenden Einstiegstelle hat man keine Möglichkeiten einen Blick auf den Fluss zu werfen. Der Glenner liegt weit entfernt tief unten im Taleinschnitt.

Zur Einstiegstelle ist einige hundert Meter oberhalb dem Örtchen Vrin von der Straße abzubiegen und steil bergab einen schmalen, asphaltierten Weg bis zu einer kleinen Brücke zu folgen. Flussaufwärts befindet sich hier ein Abfall, unter der Brücke eine kleine Niedrigklamm. Von der Brücke hat man einen schönen Eindruck, wie der obere Glenner wirklich ist, auch wenn man nicht weit schauen kann, weil der Fluss dann in der nächsten kurzen Klamm verschwindet. Der beste Einstieg ist auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke. Hier die Boote über die Wiesen zum Fluss hinuntertragen.

Eine Befahrung sollte in einer nicht zu großen Gruppe erfolgen, da die Kehrwasser nicht allzu groß sind und der Fluss mit einem konstanten Gefälle von 40 Promille sein Übriges tut.

Zunächst geht es von einer Halbklamm in die nächste mit teilweise senkrecht aufragenden Felswänden. Ein Verlassen des Flusses ist nur noch unter mehr als umständlicher Schlepperei das Tal hoch über steilste Wiesen bis zur Straße möglich.

Abfälle, Katarakte und teilweise enge Durchfahrten wechseln sich ab. Die Schwierigkeiten liegen um WW IV. Achtung: Nach 2 Kilometern liegt in einer engen Klamm ein Baum quer, der aber auf der rechten Seite bei mittleren Wasserstand unterfahren werden kann. Davor befindet sich auf der linken Seite ein kleines Kehrwasser (Stand Sommer 2002).

Nach Ausgang der abwechselnden Halbklammen im ersten Drittel des oberen Abschnittes des Glenners, fließt der Glenner dann über steilere Abfälle, die aber alle gut einzusehen sind (s. Bilder unten).

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Offen und spritzig geht es nun zu. Viele schöne kleine Kehrwasser machen die Befahrung zu einem großen Spaß.

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Ein konstantes Gefälle und gute Verblockung macht den oberen Glenner zu einem sehr sportlichen Fluss.

Weit oben kann man nun wieder einzelne Häuser und die Spitzen der Berge sehen.

Ungefähr 4 Kilometern nach dem Einstieg taucht dann eine relativ neue Betonbrücke auf. Achtung: Hier Aussteigen, da hiernach ein unfahrbarer Abschnitt kommt! Eine Weiterfahrt ist zwar noch ein Stück möglich, doch hohe Gefällstufen bis zur nachfolgenden unfahrbaren Schlucht lassen ein Anhalten erheblich erschweren. Ein Umtragen der dann folgenden unfahrbaren Stelle ist dann nur noch sehr mühsam mit Klettern und Seilen möglich.

Der unfahrbare Abschnitt kann von der Brücke auf einem Forstweg am linken Ufer auf rund 500 m umtragen werden. Bei einem Holzscheuer kann der Fluss über die dazwischen liegenden Wiesen dann wieder erreicht werden. Angeblich soll die Umtragung auch am rechten Ufer möglich sein.

Nach dem Wiedereinstieg geht´s dann wieder weiter in einem tiefer eingeschnittenen Flussbett mit engen Kurven, kleinen Prallwänden und dicht bewachsenen Ufern. Die Schwierigkeiten nehmen bis zur nachfolgenden Straßenbrücke auf WW III ab.

An dieser Brücke sollte die Fahrt beendet werden. Auch wenn eine Weiterfahrt auf den nachfolgenden 2 km noch möglich ist (WW V), dass Verlassen der Schlucht ist dann nur noch mit Seilen (80 m Seil) und Hochtragen bis zur 300 m höher gelegenen Ortschaft Lumbrein machbar. Nach diesen 2 km folgt dann eine völlig unfahrbare Schlucht. Die im DKV-Führer erwähnte Ausstiegstelle vor dem nachfolgenden Wehr ist gegenüber einem Ausstieg an der vorgenannten Brücke nicht so gut.

Die Ausstiegstelle an der Brücke befindet sich an der Straße, die etwas oberhalb von Lumbrein von der Straße Lumbrein-Vrin zum Ort Surin auf die andere Talseite führt.

Auch wenn im Kanumagazin dieser Abschnitt des Glenners als nicht besonders lohnenswert beschrieben wurde und der Verfasser dieses Berichtes anfangs skeptisch hinsichtlich dem Schwierigkeitsgrad und dem Umtragen der unfahrbaren Stellen war, so ist dieser Abschnitt doch als lohnenswert zu bezeichnen. Der Fluss fließt sehr abgeschieden in einem landschaftlich schönen Tal und bietet mit seinen stets relativ gut einsehbaren Klammen und Abfällen viel Abwechslung und Wildwasserspass.

Abschnitt:

Unterer Glenner

Pitasch - Ilanz

Länge und Schwierigkeit:

6,5 km WW IV-II

DKV-km:

km 23,3 - km 29,8

Befahrbarkeit:

ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2-3

Im Gegensatz zur Anfahrt zum oberen Glenner erfolgt die Anfahrt zum unteren Glenner nicht über die Straße, die von Ilanz nach Lumbrein und Vrin führt, sondern über eine Straße, die von Ilanz nach Vals führt.

Schon bei der Anfahrt zur Einstiegstelle kann man den einen oder anderen Blick auf den Fluss werfen. Die größten Schwierigkeiten liegen im oberen Teil des unteren Glenners im Bereich der Brücke des ehemaligen `Schlitzes´ bis zum Ende der Lawinenverbauungen.

Auf dem unteren Glenner liegen noch einige Eisendrähte in Betonklötzen sowie Stahlträger im und am Fluss durch den Bau der Lawinenschutzmassnahmen. Daher sollte man später auf dem Fluss immer die Augen dafür offen halten. Ein Schwimmer kann sich dabei auch auf dem leichteren Stück erheblich gefährden. Allerdings sollte man sich dadurch nicht von einer Befahrung des unteren Glenners abschrecken lassen.

Ungefähr 600 m vor unterhalb, d.h. flussabwärts, der Abzweigung zur Ortschaft Pitasch erfolgt der Einstieg unterhalb eines 4,5 m hohen Wehres. Hier befinden sich auch Parkmöglichkeiten. Das Wehr soll wegen zu niedrigen Unterwassers unfahrbar und eine Umtragung des Wehres fast unmöglich sein.

Nach Fahrtbeginn geht es zunächst auf leichten Wildwassers zwischen Kiesbänke flussab. Kurz vor der nächsten Straßenbrücke steigern sich dann die Schwierigkeiten mit starker Verblockung bis auf WW IV, wobei die schwersten Stellen hier und nachfolgend von ungeübteren Fahrern auch mehr oder weniger leicht umtragen werden können. Diese Passage mit dem `Schlitz´, der schwerste Abschnitt des unteren Glenners, kann bei der Anfahrt von der Straße gut besichtigt werden.

Der ehemalige `Schlitz´ ist durch Veränderungen inzwischen gegenüber früher erheblich breiter geworden. Allerdings schießt hier immer noch das Wasser kräftig hinunter und je nach Fahrkönnen und Glück lassen sich einige Pirouetten im Rücklauf nicht vermeiden. Das seitlich befindliche Kehrwasser zieht so stark, dass man immer wieder in den Rücklauf gezogen wird. Sicherheitshalber sollte daher diese Stelle abgesichert werden, sodass der Wildwasserspass auch bei den nachfolgenden Blockstellen und Stufen im Bereich der Lawinenverbauungen vorhanden bleibt.

Nach der Straßenbrücke ist es kurz leichter, dann beginnt die ca. 500 m lange schwere Strecke (WW IV) auf der Höhe der Lawinenverbauungen (s. Bild unten).

Nach der Lawinenverbauung weitet sich vorübergehend der Fluss in seinem Kiesbett. Danach gehen die Schwierigkeiten nochmal kurz auf WW III hoch und fallen nach der nachfolgenden Straßenbrücke dann endgültig auf WW II zurück. Der Glenner bietet aber auch hier noch schönes Genusswildwasser.

Das letzte Stück des Flusses ist dann ziemlich gradlinig. Ungefähr 200 m vor der Einmündung des Glenners in den Vorderrhein befindet sich an einer Straßenbrücke am östlichen Ortsrand von Ilanz eine mögliche Ausstiegstelle am rechten Ufer. Die Straße über der Brücke führt im weiteren Verlauf u.a. nach Versam. Kurz vor der Brücke liegt ein etwas steckgefährliches meist fahrbares Blockwurfwehr. Da einige senkrechte Eisen zwischen den Felsblöcken stecken, die je nach Wasserstand mehr oder weniger sichtbar werden, sollte die Stelle aber vor einer Befahrung kurz angesehen werden.

Der an der Brücke befindliche Einmündungsbereich in eine kleine Straße sollte dabei möglichst von parkenden Fahrzeugen freigehalten werden. Zwischen dem Wehr und der vorgenannten Brücke befindet sich oberhalb des rechten Ufers, hinter der hier befindlichen kleinen Straße, in einer kleinen Senke ein Parkplatz, auf dem die Fahrzeuge abgestellt werden können.

Oft wird auch eine Befahrung des unteren Glenners noch auf dem Vorderrhein bis nach Versam fortgesetzt. Dann folgen nach der Einmündung des Glenners in den Vorderrhein noch 10 Kilometer offenes Wildwasser II-III.

Text u. Fotos: Stefan Matheja

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