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Steyr

Oberösterreich / Österreich

Abschnitt:

Wasserfall Stromboding - Brücke B 138

Länge und Schwierigkeit:

9 km WW II-III

DKV-km:

km 13 - km 22

Befahrbarkeit:

bis Juli, oft auch später

Landschaftsbewertung:

3 (2)

Wer beabsichtigt eine Woche an der Salza zu verbringen, kann überlegen, zuvor noch eine kurze Zwischenstation an den Flüssen Steyr und Teichl zu machen.

Beide Flüsse liegen etwa 75 km südlich der Stadt Linz, zwischen dem Toten Gebirge und der Kleinstadt Windischgarsten. Als Übernachtsmöglichkeit bietet sich hier der `Camping Badesee Obermeyr´ an. Dieser liegt günstig direkt an der Steyr gegenüber der Einmündung der Teichl. Paddeltouren auf beiden Flüssen können später hier beendet werden. Von hier bis zur östlich liegenden Salza sind es dann bei einer Weiterfahrt nur noch ca. 85 km (bis Wildalpen).

Die Teichl ist mit WW I u. II(+) wohl relativ einfach zu fahren, aber, auch aufgrund ihrer fahrbaren Länge, durchaus lohnenswert. Mit insgesamt 15 km (von der Brücke der B 138 westlich von Windischgarsten bis zur Mündung) ist die Teichl gut zum Einfahren zu Beginn einer Wildwasserwoche geeignet. Details siehe DKV-Flussführer.

Der hier beschriebene Abschnitt der Steyr ist mit WW II-III gegenüber der Teichl schon etwas anspruchsvoller und hinsichtlich des Flusscharakters auch abwechslungsreicher.

Leider hat sich die Steyr zwischen dem Sagmeister Wehr und dem `Dirnbacher Rechen´ durch ein extremes Hochwasser im August 2002 erheblich gegenüber der Zeit davor verändert - leider zum Nachteil des Flusses. Dieses betrifft sowohl das Landschaftsbild aus auch den Charakter des Wildflusses.

Die Steyr entspringt in dem bis zu 2500 m hohen Toten Gebirge und könnte je nach Wasserstand evtl. auch schon ab dem Talende befahren werden.

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Die übliche Einstiegstelle für die Standartstrecke befindet aber direkt unterhalb des Stromboding-Wasserfalls (WW VI). Vereinzelnd wurde dieser Wasserfall schon befahren (s. Bild rechts).

Hierzu fährt man von der üblichen Ausstiegstelle an der Brücke der Bundesstraße 138 über die Steyr in Richtung Hinterstoder. Kurz vor dem Ort befindet sich in einer Linkskurve rechts unter hohen Bäumen ein großer Parkplatz (> N 47° 42' 52.5'', E 14° 10' 09.0''). Von hier führt ein Wanderweg zum Wasserfall Stromboding hinunter. Zwischen dem Wasserfall und einem kleinen unterhalb befindlichen Steg kann dann der Einstieg frei gewählt werden.

Schon direkt am Anfang zeigt sich der hier s-förmig verlaufende Fluss (s. Bild unten) mit kräftigen Schwällen, mäßiger Verblockung, überspülten Felsblöcken und einzelnen Walzen (WW III). Zum gemächlichen Einpaddeln bleibt also keine Zeit. Herrliches Wildwasser in wunderschöner Landschaft - leider nur viel zu kurz.

Nach einigen hundert Metern öffnet sich die anfängliche kleine Schlucht, die Strömungsgeschwindigkeit verringert sich und die Schwierigkeiten lassen mit Wildwasser I und II deutlich nach.

Bald darauf folgt dann das in 2007/2008 neugebaute Sagmeister Wehr mit dem gefährlichen Kasten-Klappwehr und der daneben liegenden Bootsrutsche, auf das man möglichst schon bei der Anfahrt zur Einstiegstelle einen Blick geworfen haben sollte (gut vom Auto erkennbar). Achtung: Trotz dieser Rutsche besteht bei bestimmten Wasser- und vor allem Wehrständen hier absolute Lebensgefahr! Dann links umtragen.

Danach bleibt es zunächst noch relativ einfach. Hinter einem kräftigen Kiesbankschwall verengen Felsen das Flussbett. Über dem Fluss wurde vor kurzer Zeit eine neue Holzbrücke gebaut. Ab hier hat das extreme Hochwasser im August 2002 das Flussbett teilweise total umgewälzt. Sichtbar wird dieses für jeden durch die neuen Uferböschungen auf den folgenden Kilometern, die mit Kies leider nicht besonders landschaftsgerecht neu angeschüttet wurden. Bis diese wieder zugewachsen sind, werden einige Jahre ins Land gehen.

In dem Zusammenhang wurden auch neue künstliche Gefällstufen angelegt. Einige Stufen und Schwälle sind auch durch das Hochwasser neu entstanden. Die Verblockung ist im Wesentlichen auf den nachfolgenden Kilometern leider nur noch gering.

Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten variieren auf diesem Teil des Flusses. Die Stufen und der eine oder andere kräftige Schwall können knapp WW III erreichen (s. Bilder unten bei Niedrigwasser). Dazwischen gibt es aber immer wieder längere Abschnitte mit WW II oder auch nur WW I.

Zum Ende erscheint dann in der Flussmitte der markante `Dirnbacher Rechen´, ein riesiger unterspülter Felsblock (s. Bild unten). Je nach Wasserführung ist die Umfahrung aber zumeist einfach auf der linken, manchesmal auch auf der rechten Seite möglich.

Bald wird dann die Brücke der Bundesstraße 138 erreicht. Kurz danach befindet sich linksufrig auf der Höhe der Gaststätte Steyrbrücke an einer Betonstiege der Ausstieg. Ein großzügiger Parkplatz (> N 47° 46' 20.0'', E 14° 10' 12.5'') liegt übrigens direkt hinter, d.h. unmittelbar nördlich der Gaststätte.

Wer seinen Standort auf dem Campingplatz gegenüber der Teichlmündung hat, fährt dagegen noch einige hundert Meter weiter bis zu einer am Ende des Campingplatzgeländes befindlichen Bootsrampe und beendet erst hier die Wildwassertour.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Steyr (sowie der Teichl) kann aktuell über das Internet bei www.kajak.at unter `pegelstände´ und dann unter `Steyr/Kniewas´ abgefragt werden.

Bild des neuen Wehres von Ewald Koller

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