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Sill

Tirol / Österreich

Wer im Frühsommer in der Nähe von Innsbruck ist oder über die Inntalautobahn dort vorbeikommt, sollte der Sill einen Besuch abstatten. Es lohnt sich! Die Untere Sill bietet interessantes Wildwasser in einer schönen Wald- und teilweise auch Felsschlucht.

Der Abschnitt der Unteren Sill endet unmittelbar am südlichen Rand der Innenstadt von Innsbruck. Lediglich auf den letzten paar hundert Metern wird der Einfluss der Großstadt (Wanderer, Aussteiger, Wochenendausflügler u.a.) spürbar.

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Auf den Kilometern zuvor begleitet teilweise nur ein Wanderweg den weitgehend natürlich belassenen Fluss.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Unteren Sill kann aktuell über das Internet bei www.kajak.at unter `Flussinfo > Online Pegel > Sill / Innsbruck´ abgefragt werden. Die dort gemachten Angaben zu den Wasserständen stimmen jedoch nicht mehr. Aktuell müssten 260 cm einen guten Niedrigwasserstand darstellen.

Abschnitt:

Untere Sill

Ende Ruetzbach - Wehr vor Innsbruck

Länge und Schwierigkeit:

8,4 km WW III (III+, IV+)

DKV-km:

km 41,3 - 42,0 u. km 31,0 - 38,7

Befahrbarkeit:

bis Juli

Landschaftsbewertung:

2+

Der seit einigen Jahren übliche Einstieg für eine Befahrung der Unteren Sill befindet nicht mehr, wie im DKV-Führer beschrieben, auf einem weiträumigen Werksgelände unterhalb der hochgelegenden Europa-Brücke sondern auf dem Ruetzbach, etwas oberhalb der Mündung dieses Flusses in die Sill.

Um hierher zu gelangen, fährt man, von Innsbruck kommend, auf der Straße Nr. 182 nach Süden in Richtung Matrei bis schließlich nach einigen Kilometern der Ruetzbach gequert wird. 100 m weiter folgt das auffällige Hotel und der Gasthof `Stefansbrücke´. In der Nähe der vorgenannten Brücke führt beidseitig des Ruetzbaches jeweils ein kleiner Fahrweg flussaufwärts. Beide Fahrwege treffen nach 800 m an einer kleinen Brücke (> N 47° 12' 20'', E 11° 23' 20'') bei einer Schreinerei wieder aufeinander.

Die Fahrzeuge sollten besser 100 m östlich an der Kirche geparkt werden. Die Kajaks können am linken Ufer ca. 20 m unterhalb der Brücke zu Wasser gebracht werden.

Evtl. kann man auch noch 300 m weiter oberhalb, an der Brücke der Ruetz-Werke, die Fahrt beginnen. Näheres ist aber dem Verfasser dieser Beschreibung jedoch nicht bekannt.

Bis auf eine nicht ganz 100 m lange Passage zum Ende der Unteren Sill liegen die wildwassertechnischen Schwierigkeiten auf dem Ende des Ruetzbaches und dem folgenden Abschnitt der Unteren Sill bei mittleren Wasserständen bei maximal WW III(+).

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Auf den ersten ein paar hundert Metern verläuft der Ruetzbach zunächst noch etwas untypisch, d.h. verhältnismäßig gradlinig, mit einem gleichbleibenden stärkerem Gefälle, leichter bis mäßiger und gleichmäßig übersichtlicher Verblockung durch ein Wiesental.

Dann geht der Fluss langsam in eine Waldschlucht über. Der Charakter des Flusses ändert sich sowohl wildwassertechnisch als auch landschaftlich. Bald darauf fliesst von rechts auch die Sill hinzu.

Nach wildwassertechnischen einfacheren, leicht verblockten Fließstrecken folgen auf den nächsten Kilometern immer wieder steilere und verblocktere Abfälle bzw. Schwälle (s. Bild unten).

Gelegentlich sind hier die einfachsten Befahrungsmöglichkeiten nur mit langem Hals zu erkennen (s. Bild unten).

Der Fluss mäandriert nun zwischen Waldhängen und einzelnen zumeist niedrigen Felswänden hinundher. Einige wenige Felswände am Ende von Schwällen sind dabei ein wenig unterspült, können aber in der Regel gut umfahren werden.

Im Verlauf der nächsten Kilometern nehmen die Schwierigkeiten insgesamt langsam ab. Die Abstände zwischen den typischen steil-verblockten Abfällen bzw. Schwällen werden immer größer. Dennoch folgen auch hier immer wieder etwas anspruchsvollere Stellen (s. übernächstes Bild).

Zum Ende des Abschnittes ist jedoch noch Konzentration erforderlich, damit nicht der rechtzeitige Ausstieg vor der schwersten Passage dieses Abschnittes verpasst wird. Hierbei handelt es sich um eine nicht ganz 100 m lange steile Blockpassage (je nach Wasserstand WW IV bis V).

Der Fluss verläuft hier durch ein verhältnismäßig schmales V-förmiges Talstück. Das linke Ufer ist durch einen Bergrutsch, das rechte Ufer durch eine recht lichte, nur niedrig bewachsenen Böschung gekennzeichnet. Die Passage liegt etwa 400 m nach einer Fußgängerbrücke. Die Anfahrt auf diese Passage verläuft gradlinig. Bei vorausschauender Aufmerksamkeit ist die Abbruchkante der ersten Blockstufe am Horizont gut erkennbar. Bei niedrigen Wasserständen stehen am rechten Ufer genügend Kehrwasser zur Verfügung. Bei höheren Wasserständen am besten schon vor Fahrtbeginn von der Ausstiegstelle am Wehr über den Wanderweg aus erkunden.

Am rechten Ufer verläuft etwas oberhalb der Uferfelsblöcke ein Trampelpfad, über den die Passage erkundet und ggf. auch umtragen werden kann. Am Ende der Passage folgt eine Fußgängerbrücke. 20 m hinter dieser Brücke kann einigermaßen bequem wieder eingesetzt und die Fahrt fortgesetzt werden.

Auf den letzten 500 m sind die Schwierigkeiten nur noch gering. Der Ausstieg erfolgt an einer großen Kiesbank am linken Ufer vor einem unfahrbaren Steilwehr.

Von hier sind die Kajaks die Böschung hinauf zu einem Wanderweg und über diesen Wanderweg (parallel zu einer Eisenbahnstrecke), über die Inntalautobahn (A 12), eine weitere Straße (`Sillufer´), dann die Böschung wieder hinunter zu tragen. Hier zweigt von der Straße `Sillufer´ die Straße `St. Bartlmä´ ab. Anscheinend kann hier am Rand der Böschung auf den ersten 100 m der Straße geparkt werden (> N 47° 15' 08'', E 11° 24' 08''). In den anderen Bereichen weisen Schilder auf Parkverbote hin. Dieser Bereich liegt ca. 1 Kilometer südlich des Innsbrucker Hauptbahnhofes. Am besten, der durch Innsbruck fließenden Sill nach Süden bis zur Eisenbahnbrücke folgen.

Von hier lässt sich die Einstiegstelle schnell erreichen. Von der Eisenbahnbrücke einfach 100 m nach Westen fahren, hier links abbiegen, nach 80 m noch einmal links abbiegen und man befindet sich schon auf der Straße Nr. 182.

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf den 08. August 2009. Der Fluss hatte an diesem Tag einen guten niedrigen Wasserstand. Der Internetpegel zeigte 260 cm an. Alles war durchgehend befahrbar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

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