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Leitzach

Bayerische Voralpen / Deutschland

Ein Kleinfluss mit zwei gänzlich unterschiedlichen Teilabschnitten. Zunächst begradigt, mit einigen interessanten Stufen, danach ein sehr schöner einsamer Waldfluss.

Der unten beschriebene Abschnitt der Leitzach liegt im hügeligen Voralpenland, ca. 20 Kilometer südwestlich von Rosenheim, wenige Kilometer östlich des Schliersees. Der Fluss entspringt in bis zu rund 2000 m hohen Bergen und mündet schließlich in die Mangfall.

Wer im Frühjahr in die Alpen fährt, kann diesen kleinen Fluss schon zum Einfahren nutzen, da er nur wenige Kilometer südlich der Autobahn München - Salzburg liegt (Abfahrt Irschenberg).

Ein Pegel kann im Internet unter www.hnd.bayern.de > Detailkarte: Inn > Leitzach-Stauden abgerufen werden. Hier sollte der Pegel Stauden mindestens 35 cm anzeigen (= Mindestwassserstand). Laut kajak.at liegt der Mittelwasserstand bei 60 cm und Hochwasser bei 110 cm.

Abschnitt:

Mühlau - Wornsmühl

Länge und Schwierigkeit:

8,8 km WW I u. II(+)

DKV-km:

km 31,5 - km 22,7

Befahrbarkeit:

bis Ende Mai

Landschaftsbewertung:

3 / 2+

Durch naturnahe Wasserbaumaßnahmen wurde die Leitzach für Kajakfahrer in den letzten Jahren wieder interessanter. Dennoch verläuft die Leitzach auf den ersten Kilometern weitgehend begradigt durch ein breites Wiesental. Die früher hier vorhandenen Wehranlagen und sonstigen baulichen Anlagen wurden inzwischen jedoch weitgehend zurückgebaut und in gut fahrbaren Blockstellen umgewandelt. Nun ist es möglich, die Leitzach auf ihrer Standartstrecke ohne Umtragungen zu befahren.

Um nicht schon am Anfang ein Wehr umtragen zu müssen, sollte die Fahrt an der kleinen Brücke Mühlau südwestlich des Ortes Fischbachau begonnen werden. Die kleine Straße, die hier die Leitzach quert, wird von Fischbachau erreicht, indem man vom Ortsmittelpunkt ca. 1,3 Kilometer auf der Straße Nr. 2077 nach Südwesten fährt und hier am Anfang eines großen Kieswerkes auf der Linken rechts auf eine kleine Nebenstraße abbiegt. Diese kleine Straße führt nach 200 m zur Brücke. Hier können die Fahrzeuge neben einem kleinen Feldweg am rechten Ufer oberhalb der Brücke abgestellt (N 47° 42' 47'', E 11° 56' 17'') und auch die Kajaks eingesetzt werden.

Schon kurz hinter der Brücke folgen zwei Blockwurfstufen (s. Bild unten). Diese und auch die nachfolgenden Blockwurfstufen sind bei niedrigen und mittleren Wasserständen alle gut zu fahren. Die beste Stelle zum Befahren kann vom Oberwasser rechtzeitig und gut erkannt werden.

Im weiteren Verlauf wechseln sich immer wieder kleine Sohlschwellen mit niedrigen Blockwurfstufen ab. Zwischen diesen Stellen fließt die Leitzach gradlinig ohne Besonderheiten zwischen regulierten Ufern dahin (s. Bild unten).

Später taucht dann eine Passage mit mehreren nah hintereinander folgenden Blockwurfstufen auf (s. Bild unten).

Bald danach dann eine künstlich angelegte Blockpassage. Nicht so visierte Paddler sollten diese Passage vor der Befahrung hinsichtlich der besten Fahrroute lieber kurz besichtigten (s. Bild unten).

Dann ein Wehr, das ganz links über eine Fischtreppe gut befahren werden kann (s. Bild unten).

Danach beginnt dann das landschaflich sehr schöne Waldtal, das Drachenthal.

Hier bietet die Leitzach viele leichte Schwallstrecken. Etwas wuchtigere Wellen bietet der linke Arm einer Insel (ohne Foto).

Unmittelbar nach dem sich das Waldtal wieder etwas öffnet und am linken Ufer ein kleines Holzhäuschen auftaucht, kann die Paddeltour beendet werden. 100 m später folgt das Drachenthal-Wehr, das linksufrig umtragen werden kann, an dem aber bei niedrigen Wasserständen spürbar viel Wasser auf 300 m ab- und umgeleitet wird. Daher ist es bei niedrigen Wasserständen besser, die Fahrt schon an dem Holzhäuschen zu beenden. Von hier müssen die Kajaks 100 m bis zur Straße, bis hinter einem Schlagbaum getragen werden. Leider steht hier nur ein Parkplatz (N 47° 45' 37'', E 11° 54' 29'') zur Verfügung.

Alternativ existiert ein Parkstreifen (N 47° 45' 53'', E 11° 54' 26'') 500 m weiter unterhalb, kurz vor den nächsten beiden Wehren. Bei besseren Wasserständen ist es sinnvoller hier die Fahrt direkt am Parkstreifen zu beenden. Zwischen den beiden Austiegstellen soll sich noch eine fahrbare Naturstufe befinden.

Die beiden Ausstiegstellen liegen zwischen der Kleinstadt Miesbach und dem Ort Fischbachau südlich des Dorfes Wornsmühl. Im Dorf Wornsmühl quert die Dorfstraße den Fluss. Direkt östlich dieser Brücke zweigt eine kleine Straße, Drachenthal, nach Süden ab. Über diese wird nach 500 m die untere und nach weiteren 400 m der obere Parkplatz erreicht.

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf den 23. Mai 2009. Der Fluss hatte an diesem Tag einen Niedrigwasserstand von 42 cm bzw. 5,1 cbm/sec am o.g. Internetpegel. Alles war durchgehend befahrbar. Die Fahrt wurde schon am ersten Ausstieg bei Kilometer 23,1 beendet. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Infos und Fotos von Mathias Dieckmann

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