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Königsseer Ache

Bayern / Deutschland

Abschnitt:

Königssee - Marktschellenberg

Länge und Schwierigkeit:

14,2 km WW II u. I-II

DKV-km:

km 0,8 - km 15

Befahrbarkeit:

oft ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2 (3)

Leichter, aber dennoch interessanter, fast ganzjährig befahrbarer Fluss im äußersten Südosten Bayerns.

Wer nicht den DKV-Flusswanderführer von Bayern besitzt oder diesen Fluss vom Hörensagen kennt, wird bei einem Aufenthalt im Salzburger Land oder auf der Fahrt durch den Tauerntunnel zur Südseite der Alpen die Königsseer Ache evtl. übersehen. Im (roten) DKV-Flussführer für Zentraleuropa ist die Königsseer Ache, ab Berchtesgaden auch Berchtesgadener Ache genannt, nicht aufgeführt.

Der kleine Wildfluss, mit Trinkwasserqualität im Oberlauf hat seinen Ursprung im touristisch sehr überlaufenen Königssee südlich von Salzburg bzw. südlich von Berchtesgaden. Umgeben von bis zu 2700 m hohen Bergen ist die Königsseer Ache abgesehen von trockenen Sommerwochen oft das ganze Jahr über fahrbar.

Besonders lohnenswert ist eine Befahrung, wenn im Sommer die anderen Flüsse der Umgebung braunes Hochwasser führen! Dann wird vom Königssee klares und warmes Oberflächenwasser abgegeben, die Fahrt auf der Königsseer Ache wird bis Berchtesgaden recht spritzig. Eine Befahrung ist dann auch schon ab dem Gumpen direkt unterhalb eines Wasserfalles möglich (DKV-Fluss-km 0,5).

Von hier stürmt die Ache bei mäßig-starker Verblockung und starkem Gefälle (WW IV-III) die 300 m bis zur üblichen Einstiegsstelle am Parkplatz hinunter. Die Schwierigkeiten nehmen vom Wasserfall bis kurz unterhalb des Parkplatzes kontinuierlich ab (s. Bild unten vom III´er-Abschnitt direkt oberhalb des Parkplatzes; bei Niedrigwasser).

Die übliche Einstiegstelle wird erreicht, indem man von Berchtesgaden kommend kurz vor der Zufahrt und den Kassenhäuschen zum Königssee rechts nach Schönau abbiegt und direkt danach, noch vor der Brücke über der Ache (s. Bild oben im Hintergrund), rechts der kleinen abwärts führenden Straße bis kurz vor dem Campingplatz folgt.

Hier am Einstieg wurde inzwischen ein gebührenpflichtiger (stundenweise wählbarer) Parkplatz (> N 47° 35' 40.5'', E 12° 59' 09.5'') eingerichtet.

Um bei guten Wasserständen zur obersten Einstiegsstelle unterhalb des Wasserfalles zu gelangen, sind die Kajaks vom Parkplatz auf einem Fußweg bzw. dem kleinen danebenliegenden Kanal (begehbar!) flussaufwärts zu tragen. Es ist aber auch möglich, je nach persönlichem Können, irgendwo zwischen dem Wasserfall und dem Parkplatz die Fahrt zu beginnen.

Ab der üblichen Einstiegstelle am Parkplatz verläuft die Königseer Ache zunächst durch eine schöne parkähnliche Landschaft. Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten liegen bis Berchtesgaden bei mittleren Wasserständen durchweg bei WW II oder auf einzelnen kurzen Stücken auch knapp darunter. Alles ist überschaubar, sodass dieser Abschnitt - zumindest bei niedrigeren Wasserständen - auch den schon etwas geübteren Anfängern im Wildwassersport empfohlen werden kann.

Durchweg leichtes, gleichmäßiges Gefälle, leichte Verblockung, schöne Schwälle, faire Kehrwasser und einige schöne Wellen sind die Kennzeichen der Wildwasserstrecke der Königsseer Ache. Einige interessantere Stelle laden auch zum Üben und Spielen ein (s. Bild unten, zwischen Mittel- u. Hochwasser).

Der landschaftliche Höhepunkt auf den ersten Kilometern ist dabei eine sehr große oft mit Wasser berieselte Felswand (s. Bild unten).

Kurz vor Berchtesgaden befindet sich in einer scharfen Rechtskurve unter einer Brücke ein relativ gut zu befahrendes sehr flaches Schrägwehr. Die mittlere und linke Brückendurchfahrt ist bei Niedrigwasser in der Regel nicht fahrbar. Dann und zumeist auch bei höheren Wasserständen ist die rechte Brückendurchfahrt die beste Wahl.

Leider endet der wildwassertechnisch interessanteste Abschnitt der Königsseer Ache schon bereits nach rund 4 Kilometern an der Einmündung der von links hinzufließenden Ramsauer Ache in Berchtesgaden.

Die früher hier an der Mündung der Ramsauer Ache befindliche Kiesbank gibt es seit den aktuellen Straßenbaumaßnahmen im Jahre 2005 nicht mehr. Eine Ausstiegsmöglichkeit ist hier auch aufgrund des schrägen Steilufers nur noch bedingt vorhanden. Zumindest bei Niedrigwasser kann man hinter der neuen Brücke kurz vor der Mündung ausbooten. Hier ist eine winzig kleine Treppe vorhanden. Es paßt aber nur 1 Kajak in das Kehrwasser. Bei mittlerem und hohen Wasserstand ist ein Ausstieg aber problematisch.

Es ist daher besser, die Fahrt zunächst noch etwas fortzusetzen und an einer geeigneten Stelle am Ortsende von Berchtesgaden die Wildwassertour zu beenden.

Wer noch eine schöne Wandertour in abwechslungsreicher Landschaft unternehmen will, wird die Fahrt sowieso noch um 10,5 Kilometern bis zum Ort Marktschellenberg fortsetzen. Der Fluss bietet nachfolgend bis Marktschellenberg im Wesentlichen sehr leichtes Wildwasser. Einige kürzere Abschnitte sind sogar noch leichter. Lediglich ein kurzer Abschnitt zum Ende, d.h. ab dem Wehr ca. 4 Kilometer vor Marktschellenberg, reicht dabei vorübergehend auf einem kurzen Stück bis an WW II heran. Aber auch hier können die schwierigsten Passagen zumeist auf einer etwas leichteren Route umfahren werden.

Auf diesen 10,5 Kilometern ab dem Zufluss der Ramsauer Ache in Berchtesgaden sind drei Stufenwehre aus Holz zu überwinden.

Das erste Wehr taucht schon kurz nach dem Zufluss der Ramsauer Ache auf. Sowohl bei niedrigen als auch hohen Wasserstand führt dieses Wehr für eine Befahrung zumeist zu wenig Wasser. Hier kann i.d.R. ganz rechts direkt vor der Wehrkrone im zumeist nur wenige Zentimeter tiefen Wasser ausgestiegen und das Kajak zu einem unterhalb des Wehres auf einer großen Kiesbank bereitstehenden Mitpaddler heruntergestoßen werden. Bei einem ausreichenden Wasserstand ist es aber auch möglich, das Wehr Stück für Stück herunterzurutschen (s. Bild unten, Vorsicht vor Nägelköpfe!). Bei hohen Wasserständen kann wenige Meter vor dem Wehr am rechten Ufer angelandet und 100 m weiter flussabwärts die Fahrt wieder fortgesetzt werden.

Etwa 1,5 Kilometer weiter, kurz hinter dem riesigen Salzbergwerk zur Rechten, folgt in einer Linkskurve das zweite Wehr. Dieses kann evtl. genau rechtwinklig zur Wehrkrone (wegen den Längsstreben!) und bei nicht zu hohen Wasserständen befahren werden. Bei höheren Wasserständen sollte es, wegen dem, wenn auch kurzen aber kräftigen Rücklauf, besser linksufrig umtragen werden. Bei höheren Wasserständen schon ein paar Meter vor der direkt davor liegenden Brücke anlanden und über das Werksgelände umtragen.

Auf den nachfolgenden 4 Kilometern auf der Königsseer Ache bis zum dritten Wehr folgt dann relativ einfaches Wildwasser (WW I), vereinzelnd auch kurze Zahmwasserabschnitte (s. Bild unten).

Danach kündigt sich das dritte Wehr an. Bei Niedrigwasser ist dieses evtl. fahrbar. Bei höheren Wasserständen bildet sich hier aber ein bis zu 4 Meter langer und gefährlicher Rücklauf. Dann sollte am rechten Ufer einige Meter vor dem Wehr an einem kleinen Weg, der am Wasser endet, ausgestiegen und das Wehr auf ca. 50 m umtragen werden.

Manchesmal wird auch links am Wehr das meiste Wasser durch einen Schott konzentriert durchgelassen, dann entstehen hier hinter dem Wehr auf der ganz linken Flussseite auf ca. 100 Meter schöne wuchtige WW II-III.

Direkt nach diesem Wehr folgt dann wieder ein wildwassertechnisch etwas interessanterer Abschnitt mit teilweise leichter Verblockung und einzelnen kräftigen Schwällen (WW I-II). Vor der Brücke, die zu der Almbachklamm führt, sollten Wildwasseranfänger vor einer breiten verblockten Stufe (WW II) besser zunächst anlanden und die einfachste Durchfahrtsroute erkunden.

Die eine oder andere Übungsstelle lädt auf diesem Abschnitt zum Üben bzw. Spielen ein (s. Bild oben, bei höherem Wasserstand).

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Auch landschaftlich wird es auf diesen letzten Kilometern wieder etwas interessanter.

Langsam lassen die Schwierigkeiten auf diesen letzten 4 Kilometern nach und es wird der Ausstieg bei Marktschellenberg erreicht. Die Ausstiegstelle befindet sich 100 m vor der großen Straßenbrücke der B 305 an einer Kiesbank am rechten Ufer. Oberhalb des Ufers liegt ein öffentlicher Parkplatz (> N 47° 41' 42.0'', E 13° 02' 44.0''), auf dem die Fahrzeuge gut abgestellt werden können. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auch eine Gaststätte mit Außenbewirtschaftung und ein Supermarkt.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Ammer kann aktuell über das Internet bei http://4-paddlers.com unter > Königseeache / Berchtesgaden abgefragt werden.

In der Umgebung von Berchtesgaden gibt es eine Vielzahl von Campingplätzen - natürlich mit den üblichen Nachteilen in dieser touristisch sehr intensiv besuchten Gegend.

Letzte Akualisierung: 06.09.2005

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