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Inn

Engadin / Schweiz

Der Oberlauf des Inns im äußersten Osten der Schweiz ist einer der landschaftlich schönsten und wassertechnisch abwechslungsreichsten Flussabschnitte der Schweiz.

Die Gipfel der umgebenen Berge des Engadins reichen bis auf 4000 m Höhe. Als Gletscherfluss tritt der Inn aber nur teilweise in Erscheinung, da an verschiedenen Stelle des Flussverlaufes Wehre mit Wasserableitungen errichtet wurden, die öfters nur eine Pflichtwassermenge ablassen.

Die Schwierigkeiten des rund 110 km langen schweizerischen Teils des Inn reichen von gemächlichen Paddeltouren auf den großen Seen des Oberlaufes bis zu schwerstem Wildwasser (Ardez-Schlucht).

Die für Wildwasserpaddler interessantesten Abschnitte des schweizerischen Teils des Inns liegen im Unterengadin. Von Westen wird das Unterengadin über Davos, von Osten über das österreichische Landeck erreicht.

Der meist besuchte Standort der Kajakfahrer im Unterengadin ist der direkt am Fluss gelegene Campingplatz `Sur-En´ (> N 46° 49' 07'', E 10° 21' 58''), ca. 7 Kilometer östlich von Scuol gelegen.

Der aktuelle Wasserstand der Scuolstrecke und damit die Möglichkeit einer Befahrung zumindest dieser Strecke kann aktuell über das Internet bei www.kajak.at unter `Pegelstände´ und dann `Inn-Schweiz/Tarasp´ abgefragt werden. Für die oberhalb liegenden Strecken, wie Ardez-Schlucht, Giarsun-Schlucht kann dieser Pegel aber auch noch aussagekräftig herangezogen werden.

Abschnitt:

Scuolstrecke

Straßenanstieg - Pradella-Stausee

Länge und Schwierigkeit:

8,5 km WW II-III-IV

DKV-km:

km 80,3 - km 88,8

Befahrbarkeit:

meist ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2+

Zur Einstiegstelle des Scuolstrecke fährt man von Scuol zunächst auf der Straße 27 weiter nach Westen, bis etwa 3,5 - 4 Kilometer westlich des Kurortes Tarasp die Straße nach Ardez steil ansteigt. Kurz zuvor befindet sich rechts ein kleiner einfacher Parkplatz (> N 46° 46' 37'', E 10° 14' 14'' = nur ungefähre Angabe). Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein kurzer Trampelpfad hinunter zur Einbootstelle.

Schon 300 m nach Fahrtbeginn taucht direkt nach einer Rechtskurve eine wuchtige und stark verblockte, 100 m lange Gefällstrecke auf (WW IV). Eine weitere ähnliche und genauso schwierig zu fahrende Gefällstrecke folgt etwa 1,3 Kilometer hinter der vorgenannten, ebenfalls wieder nach einer Rechtskurve. Bei einer Erstbefahrung sollten beide Stellen zuvor von der linken Seite aus besichtigt werden - ggf. ist hier an den linken Ufern auch ein Umtragen möglich.

Hiernach wird es auf den nächsten 4,5 Kilometern etwas ruhiger. Die Schwierigkeiten liegen nun bei WW II und III. Es bleibt viel Zeit die schöne Landschaft zu genießen und an einzelnen verblockten Schwällen und kleinen Stufen zu spielen.

Bald wird das Kurgelände von Tarasp durchfahren. Hier befindet sich auch der maßgebliche Pegel für die Scoulstrecke.

Später folgt beim Ort Scoul eine schön und hoch über dem Fluss gelegene weiße Kirche.

Ein Kilometer nach der Kirche ist unter einer Betonbrücke eine wuchtige Blockstrecke vorsichtig rechts zu befahren.

Direkt danach folgt die dritte schwere Gefällstrecke der Scuol-Streck (WW IV). Bei höheren Wasserständen (s. Bild unten) kann die Einfahrt in diesen Abschnitt von den Felsblöcken an der rechten Seite zu Beginn der Gefällstrecke erkundet werden. Zumeist besteht dann hier auch eine etwas leichtere Fahrtroute.

Bei niedrigen Wasserständen ist eine Besichtigung auch direkt vor dem ersten Abfall auf der linken Seite möglich (s. Bild oben). Das Wasser fällt verblockt über teilweise knapp überspülte Steine nach links ab und führt an den links gelegenen Felswänden zu kräftigem Presswasser (s. Bild unten).

Bald darauf lassen die Schwierigkeiten nach. Auf den verbleibenden 1,5 Kilometern bis zur Ausstiegstelle, 100 m vor dem Wehr des großen Pradella-Kraftwerkes, ist der Inn nur noch ein breiter Wanderfluss.

Die Ausstiegstelle im Rückstau des Wehres liegt genau zwischen Scuol und Sur-En weit unten im hier breiten Tal. Von der Straße 27 führt eine kleine und steile Straße abwärts in Richtung Pradella-Kraftwerk. Schon bald wird auf halber Strecke ein kleiner Parkplatz (> N 46° 48' 16'', E 10° 19' 26'') und eine kleine Holztreppe zum Ausbooten am linken Ufer gesehen.

Wer auf dem Campingplatz in Sur-En seinen Standort hat, kann evtl. überlegen, die 2,5 Kilometer bis zum Campingplatz weiter zu paddeln, WW II (III). Hierzu muss jedoch das Kraftwerksgelände weiträumig bis zur Einstiegsstelle hinter dem Wehr umtragen werden.

Abschnitt:

Martina-Strecke

Sur-En - Zollstation

Länge und Schwierigkeit:

11,5 km WW II-III

DKV-km:

km 92,5 - km 104

Befahrbarkeit:

oft ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2-3

Die Martina-Strecke umfasst den letzten Abschnitt des Inns in der Schweiz. Sie beginnt direkt unterhalb des Pradella-Kraftwerkes (> N 46° 48' 22'', E 10° 19' 48'') und endet im Bereich des Grenzortes Martina. Da es von Pradella bis zum Campingplatz von Sur-En nur 2,5 km sind, wird meistens in Sur-En die Fahrt begonnen.

Die Schwierigkeiten liegen bei mittleren Wasserständen bei WW II-III. Bei niedrigen oder hohen Wasserständen können sich die Schwierigkeiten deutlich nach unten (WW I-II) bzw. oben verschieben (längere sehr wuchtige Schwallstrecken mit hohen Wellen, WW III+)! Auf den nachfolgenden Bildern liegen die Wasserstände zunächst bei Mittelwasser und dann zwischen Mittel- und Hochwasser.

Kennzeichnend für diese Strecke ist das durchweg breite Flussbett, bei Mittelwasser die große Wassermenge und damit verbunden die große Wasserwucht. An einzelnen Abschnitten können sich darüber hinaus hohe Wellen bilden. Zu nennen sind hier der `Lawinen-Schwall´ (4 km hinter Sur-En) und der `Raschvella-Schwall´ (2,5 km danach).

Je nach gewähltem Ausstieg bei Martina ist die Strecke ab Sur-En ca. 10,5 bis 12 km lang. Als möglicher Ausstieg kommt der Holzlagerplatz (> N 46° 53' 18'', E 10° 28' 04'') am unteren Ende von Martina (linksufrig) oder eine evtl. Ausstiegstelle schon oberhalb von Martina in Frage. Die obere (evtl. mögliche) Ausstiegstelle wird wie folgt erreicht: 1 Kilometer unterhalb des Dorfes Strada über die Brücke auf die rechte Flusseite fahren und hier noch 1 Kilometer flussaufwärts (> N 46° 52' 23'', E 10° 27' 24'').

Übrigens: Nach längeren Trockenperioden im Hochsommer kann es passieren, dass ab dem Pradella-Kraftwerk das meiste noch vorhandene Wasser abgeleitet und erst hinter der Grenze Schweiz/Österreich wieder zugeführt wird. D.h., dass die oberhalb liegende Ardez-, Giarsun- sowie die Scuolschlucht noch fahrbar sind, aber die unterhalb liegende Martina-Strecke nicht mehr genug Wasser hat. Daher kann der oberhalb liegende Pegel bei Tarasp auch nur für die Scuolstrecke, z.T. auch noch für die Ardez- und Giarsun-Schlucht, und nicht für die Martinastrecke herangezogen werden.

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