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Drac

Drac-Region / Frankreich

Abschnitt:

Mittlere Drac

St. Bonnet - Kieswerk vor Le Motty

Länge und Schwierigkeit:

19 km WW II / III

DKV-km:

km 24 - km 43

Befahrbarkeit:

bis Juli

Landschaftsbewertung:

2

Im Frühjahr ein schneller, breiter Wuchtwasserfluss mit hohen Wellen und kräftigen Walzen in einer natürlichen, offenen Flusslandschaft.

Der nachfolgend beschriebene Abschnitt der Drac liegt ca. 60 Kilometer von Grenoble am südwestlichen Rand des großen Gletschergebietes Massif des Ecrins.

Wenn an warmen Tagen im Frühjahr die Schneeschmelze des Massif des Ecrins zu besonders viel Wasser in den Flüssen führt, wird die Drac zumindest auf der ersten Hälfte zu einer fast durchgehend wuchtigen Schwallstrecke. Dann wird er auch für die Paddler interessant, die sich sonst eher auf WW IV der umgebenden Flüsse wohl fühlen, auch wenn die Schwierigkeiten dann hier nur bei bis zu maximal WW III+ liegen. Bei den dann vorzufindenen hohen Wellen und kräftigen Walzen bilden sich für gute Paddler sehr viele mögliche Spielstellen.

Bei ausgesprochenem Niedrigwasser im Hochsommer kommt der Abschnitt aber evtl. auch für erfahrene Anfänger im Wildwassersport in Frage. Dann dürften die Schwierigkeiten WW II+ bis auf 1-2 Stellen nicht überschreiten. Aber auch diese Stellen könnte man dann über die Kiesbänke umtragen, vorausgesetzt, dass man die Stellen rechtzeitig erkennt.

Die Drac wird im Oberlauf von zwei Flüssen gebildet, der Drac Blanc und der Drac Noir. Beide entspringen in Bergen von bis zu 3440 m Höhe. Nach der Vereinigung und weiteren 24 Kilometern erreicht die Drac schließlich das kleine auf 1000 m Höhe gelegene Städtchen St. Bonnet. Hier am rechten Ufer, ca. 50 m unterhalb der großen Straßenbrücke, befindet sich die übliche Einstiegstelle (N 44° 40' 36'', E 06° 04' 24'') für die nachfolgende Strecke.

Beim Abladen der Kajaks kann man noch ein Blick auf ein nur bedingt fahrbares Blockwurfwehr werfen, dass sich zwischen der Brücke und der Einstiegstelle befindet. Ein weiteres Blockwurfwehr, welches im DKV-Führer hier erwähnt wird, liegt 300 m weiter flussaufwärts.

Die Drac fließt auf den nächsten 19 Kilometern durch ein breites bis teilweise sehr breites ins Schiefergestein geschnittenes Tal, zum großen Teil in Kiesbetten, vereinzelnd aber auch von höheren Steilufern begrenzt. Von entfernt liegenden Straßen und Dörfern bekommt man als Paddler fast nichts zu sehen. Vielmehr bietet das breite Tal auf der ganzen Fahrt eine herrliche Aussicht auf das umgebene, schneebedeckte Bergpanorama.

Auf der ganzen Strecke ist alles rechtzeitig vom Kajak zu erkennen. Den größten Wellen und Walzen kann immer ausgewichen werden.

Gerade auf den ersten 11 Kilometern, bis zur Straßenbrücke der N 85, folgen im Frühjahr fast ununterbrochen wuchtige Schwälle. Die Wellen können bei höheren Wasserständen in den Schwällen bis zu 1,5 m hoch sein. Auch zwischen den eigentlichen Schwällen bleibt die Strömungsgeschwindigkeit bei höheren Wasserständen hoch. Auch hier bilden sich hinter leicht überspülten Felsblöcken immer wieder Wellen und Walzen. Bis zum Horizont sieht man im Frühjahr durchgehend Schaumkronen. Bei geringeren Wasserständen im Sommer sieht dieses natürlich alles viel harmloser aus.

50 m nachdem die Brücke der N 85 unterfahren wurde kann am linken Ufer ein Lattenpegel abgelesen werden. Nach den Angaben im DKV-Führer sollen 40 cm das Minimum für eine Befahrung und 60 cm ein guter mittlerer Wasserstand darstellen.

Hiernach bis zur 8 Kilometer später folgenden Ausstiegstelle lassen die Schwierigkeiten etwas nach. Auf diesem Teil wird zunächst der Abstand der Schwälle untereinander größer und später auch das Gefälle insgesamt etwas geringer.

Zum Ende weitet sich der Fluss auf. Hier muß der richtige linke Arm zwischen den großen Kiesbänken gesucht werden, damit die schon von Weitem sichtbare Ausstiegstelle auch angefahren werden kann. Diese liegt am linken Ufer, nahe der Straße D 57, dort wo die Straße und die Berge sich wieder dem Fluss nähern. Hier führt eine kurze Schotterpiste zum Flussufer (N 44° 47' 14'', E 05° 58' 38'').

Flussaufwärts befinden sich künstlich aufgeschüttete Kiesberge, unterhalb liegt das eigentliche Kieswerk. Die D 57 zweigt bei Le Motty von der N 85 ab und führt von hier über eine Brücke auf die linke Flusseite. 1,5 Kilometer flussaufwärts liegt die Aussatzstelle. Die Fahrt zur Einstiegstelle erfolgt in der Regel am linken Ufer über die D 57 und später weiter über die N 85 bis St. Bonnet.

Bald nach der Ausstiegstelle verläuft die Drac durch eine Kette von großen Stauseen, immer wieder unterbrochen von sehenswerten, wohl unfahrbaren, zumeist auch kaum Wasser führenden Schluchten. 80 Kilometer nach der Ausstiegstelle mündet die Drac schließlich bei Grenoble in die Isere.

Ein Pegel von der Drac kann im Internet leider nicht abgerufen werden. An warmen Tagen im Frühjahr sowie von Mitte Mai bis Anfang Juni im Allgemeinen sollte aber immer mit höheren oder zumindest mittleren Wasserständen gerechnet werden.

Im Sommer steht in der Drac-Region eine große Auswahl von Campingplätzen zur Verfügung. Im Frühjahr wird es dagegen schon etwas schwieriger. Als möglicher und verkehrsgünstig gelegener Standort kommt evtl. der Campingplatz `Belvedere de l´Obiou´ bei St. Laurent, an der N 85, neun Kilometer südöstlich der Stadt La Mure in Frage. Dieser Platz hatte im Jahr 2006 bereits ab Mitte April geöffnet. Von hier lassen sich mehr oder weniger schnell die Flüsse Drac, Bonne, Roizon, Ebron, Souloise und Severaisse erreichen.

Die fantastische Bergwelt, die tiefen Schluchten mit seinen teilweise hochgelegenen Brücken und die großen Stauseen in dieser Gegend bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten zu sportlichen Aktivitäten oder einfach auch nur die Möglichkeit die Natur zu genießen. Besonders schön sind dabei die Enden der Täler von Bonne, Severaisse (mit den `Teufelslöchern´ bei La Chapelle) und Drac Blanc mit ihren jeweiligen Gebirgspanoramen und den Wasserfällen. Schön gelegen ist auch der Stausee Lac du Sautet mit der sehenswerten 126 m hohen Bogenstauseemauer. Von den Ortschaften im Dractal gehört sicherlich St. Bonnet mit seinen mittelalterlichen Gassen und der Markthalle aus dem 16. Jahrhundert (hier Kunsthandwerker) noch zu interessantesten.

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf den 20. April 2006. Der Fluss hatte an diesem Tag einen höheren Wasserstand. Der Pegel an der Brücke der Straße N 85 zeigte immerhin 90 cm an. Alles war durchaus wuchtig, aber kein Hochwasser im üblichen Sinne. Alles war durchgehend fahrbar.

Bilder 1 u. 3 von Alfred Engels, Nr. 2 von Reinhard Böling

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