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Allier

Nördl. Zentralmassiv / Frankreich

Nach der bekannten Ardeche und dem Tarn ist der Allier der beliebteste Wanderfluss im französischen Zentralmassiv. Aber auch Wildwasserpaddler finden hier auf drei höher gelegenen Abschnitten interessante Befahrungsmöglichkeiten.

Aufgrund von vorgeschalteten Kraftwerken und Stauseen ist auf dem Allier fast das ganze Jahr über mit einem ausreichenden Wasserstand zu rechnen. Auch Anfang August 2003, nach wochenlanger Trockenheit, wurde auf den Wildwasserstrecken des Allier ein guter Wasserstand vorgefunden. Auch die Wanderflussabschnitte des Alliers hatten nach dieser langen Trockenzeit zumindest Niedrigwasser.

Der Allier ist der größte Nebenfluss der Loire. Die nachfolgend beschriebenen Abschnitte liegen ungefähr 130 Kilometer Luftlinie südwestlich von Lyon. Der Allier entspringt im Zentralmassiv in ca. 1500 m Höhe, fließt in nördliche Richtung und erhält nach ca. 45 Flusskilometern zumeist Wasserzuschuss von einem durch andere Bäche und Flüsse gespeisten großen Stausee westlich von Langogne. So ist ab dem Ort St. Etienne du Vigan eine Befahrung des Alliers fast das ganze Jahr über möglich.

Auf den 15 Kilometern von St. Etienne du Vigan bis zum Ort Chapeauroux folgt mit WW III u. IV(+) die schwerste Wildwasserstrecke des Allier. Direkt im Anschluss bis zum Ort Le pont de Alleyras dann auf 16,5 Kilometern die deutlich leichtere Waldschlucht mit WW II+ (III); s. Bild oben. Danach ist der Allier auf ca. 13 Kilometern für eine Befahrung gesperrt.

Im Ort Monistrol kann dann die Befahrung auf 8,5 Kilometern bei WW II-III (2x IV-) bis zum Ort Prades wieder fortgesetzt werden. Hier enden dann die für Wildwasserfahrer interessanten Abschnitte des Allier.

Auf diesen vorgenannten drei Abschnitten hat sich der Allier teilweise tief in das hier durchschnittlich ca. 1100 m hohe hügelige Hochplateau des nördlichen Zentralmassivs eingeschnitten. Ein Zugang zum Fluss ist nur an wenigen Stellen möglich. Die Flussabschnitte sind weiträumig über die hochgelegenen Bergkuppen bzw. dem Hochplateau zu Umfahren. Bei den Einschnitten handelt es sich im Wesentlichen um tief eingeschnittene V-förmige bewaldete Täler (s. Bild oben) mit einzelnen steilen und schroffen Felswänden.

Übrigens: Durch die Täler der vorgenannten drei Abschnitte verläuft in engen Kurven, über viele Brücken und einigen Tunneln eine noch heute betriebene Eisenbahnstrecke.

In Prades wechselt dann der Charakter des Allier. Ab hier beginnt die übliche und zunächst noch sportliche Wanderstrecke des Allier. Der Allier fließt nun durch eine hügelige Vulkanlandschaft. Leicht dahinfließende Flussabschnitte werden immer wieder durch relativ leichte, manchmal auch sportliche Schwälle und wenigen Wehren unterbrochen. Die Straße zum Umsetzen ist zumeist nicht weit.

Ab Prades finden sich auch viele Kanuverleiher und regelmäßig Campingplätze an den Flussufern des Allier. Auch einige Kanuschulen aus Deutschland befahren in den Sommerferien die unterhalb von Prades liegenden Flussabschnitte.

Anmerkung: Die Wanderflussabschnitte ab Prades mit den unten aufgeführten Ein- und Ausstiegstellen stellen nur eine Möglichkeit der Abschnittsbildung dar. Je nach Ausdauer, gewählten Campingplätzen, vorhandenen Zugangsmöglichkeiten zum Fluss oder sonstigen Vorlieben können natürlich auch andere Abschnitte gebildet werden.

Ab Prades (DKV-Flusskilometer 102) wird der Allier zumeist bis nach Vieille Brioude (ca. Flusskilometer 152), öfters auch bis Issoire (ca. Flusskilometer 190), vereinzelnd auch bis Clermont-Ferrand (ca. Flusskilometer 223) befahren. Bald nach Clermont-Ferrand verläßt der Allier die Hügellandschaft der Mittelauvergne. Nach insgesamt ca. 400 Kilometern mündet der Allier schließlich bei Nevers in die Loire.

In der Zeit vom 15. Oktober bis zum 01. April ist eine Befahrung des Alliers verboten. In der übrigen Zeit ist das Paddeln hier nur in der Zeit zwischen 10 Uhr und 18.30 erlaubt.

Als günstig gelegener Campingplatz für die unten beschriebenen Wanderflussabschnitte bietet sich der direkt am Fluss gelegene, weiträumige und auch in den Sommerferien nicht überfüllte Campingplatz `Camping Domaine du Pradeau´ (> N 45° 06' 09'', E 03° 29' 59'') am nördlichen Ortsrand von Langeac an. Als Station zwischen zwei Etappen wird von einer Kanuschule auch der `Camping Municipal La Ribeyre´ bei Lavoute-Chilhac (unterhalb von Langeac) empfohlen.

Da die beiden oberhalb von Le pont de Alleyras gelegenen Wildwasserstrecken von den beiden vorgenannten Campingplätzen nur nach einer kurvenreichen und längeren Anfahrt zu erreichen sind, sollte hinsichtlich dieser Wildwasserabschnitte evtl. besser der `Camping Municipal de Pont de Alleyras´ im Örtchen Le pont de Alleyras als zeitweiser Standort gewählt werden.

Alle Campingplätze sind von Lyon am Schnellsten über St. Etienne und dann weiter über Le Puy zu erreichen.

Ein täglich aktualisierter Pegel vom Oberlauf des Allier (und anderer französischer Flüsse) kann über die Kajakwebsite www.eauxvives.org abgerufen werden. Unter `Niveaux´ werden hier von Paddlern öfters aktuelle Infos über die Wasserabgabe des großen Stausees westlich von Langogne und den Möglichkeiten einer Befahrung der Wildwasserstrecken veröffentlicht. Die jeweils aktuelle Wassermenge auf der Höhe von verschiedenen Orten längs des Oberlaufes kann hier angesehen werden.

Abschnitt:

Waldschlucht

Chapeauroux - Le pont de Alleyras

Länge und Schwierigkeit:

16,5 km WW II+ (III)

DKV-km:

km 63,0 - km 79,5

Befahrbarkeit:

fast ganzjährig

Landschaftsbewertung:

1-2

Der Allier fließt hier in zumeist größeren Windungen durch eine abseits gelegene, wunderschöne Waldschlucht. Einige wenige schroffe und steile Felswände unterbrechen teilweise das Grün der oft direkt am Ufer ansteigenden Waldhänge.

Die Einstiegstelle befindet sich im Ort Chapeauroux am linken Ufer, 100 Meter nordwestlich der großen Straßenbrücke der D 988 / D 88. Kurz vor der Brücke führt zwischen den Häusern eine schmale Straße zum Ufer des Allier. Hier befinden sich gute Parkmöglichkeiten (> N 44° 50' 21.0'', E 03° 44' 14.0''). In der Nähe beginnt auch ein Raftunternehmen seine Touren.

Auf den ersten 500 Metern geht es, abgesehen von einigen Schwällen, zunächst noch relativ ruhig zu. Nachdem der Fluss eine große Rechtskurve gemacht hat, sollte dann vor der nächsten scharfen Linkskurve etwas aufmerksamer gefahren werden, da sich unmittelbar in, d.h. eigentlich vor der Linkskurve die schwerste Stelle der Waldschlucht befindet. Das Ende dieser Linkskurve ist von oben nicht einsehbar, sodass man bei einer Erstbefahrung auch nicht weiß, wie es hier weitergeht. Bei mittleren Wasserständen im Frühjahr oder Frühsommer liegen die Schwierigkeiten in diesem Kurvenschwall bei WW III (s. Bild unten, bei Niedrigwasser).

Zunächst beginnt alles mit einem leichtem Schwall, der in der eigentlichen Kurve überraschend schnell und spürbar an Gefälle zunimmt, in die rechte Außenkurve zieht und hier an den niedrigen Felswänden wuchtiges Presswasser, höhere Wellen und kräftige Walzen erzeugt. Im Bereich des nicht einsehbaren Endes der Linkskurve lassen die Schwierigkeiten aber schnell wieder nach.

Dem `Schlimmsten´ diese Stückes entgeht man, indem man konsequent soweit wie möglich in der linken Innenkurve fährt. Wer diese Stelle gut bewältigt hat, dürfte bei den nachfolgenden `schweren´ Stellen dieses Flussabschnittes dann eigentlich auch keine besonderen Schwierigkeiten haben.

Nach diesem Auftakt setzt sich der typische Charakter dieses Flussabschnittes fort: Zweihundert bis dreihundert Meter leichte Strömung, dann wieder ein Schwall. Diese Schwälle sind manchesmal nur kurz und nur kaum verblockt, manchesmal aber auch etwas länger und mäßig-stark verblockt. Alles ist zumeist bei der Anfahrt schon gut erkennbar. Die Schwierigkeiten in den Schwällen liegen bei WW II. Neben dem oben genannten Schwall zu Beginn der Tour erreichen zwei bis drei weitere Schwälle WW II+.

Auf den letzten vier Kilometern, beim Auftauchen der ersten Touristen an den Ufern des Alliers, lassen die wildwassertechnischen Schwierigkeiten nach. Hundert Meter vor der Straßenbrücke von Le pont de Alleyras befindet sich an einem auffälligen einsamen Baum am seichten linken Ufer des Alliers die Ausstiegstelle.

Diese Ausstiegstelle wird erreicht, indem man direkt südwestlich der Straßenbrücke der D 589 nach Süden abbiegt und hier kurz darauf über einen kleinen Kiesweg zur Flussaue (> N 44° 55' 10.0'', E 03° 40' 16.0'') hinunterfährt.

Die Fahrzeuge werden am besten über die Berge auf der Westseite des Flusses umgesetzt (Fahrzeit: 0,5 Stunde / je Fahrtrichtung): Von Le pont de Alleyras zunächt auf der D 33 den Berg hinauf bis zum Dorf St. Prejet de Allier, dann auf der D 34 und anschließend der D 32 weiter bis nach Chapeauroux. Teilweise gibt es noch einige Abkürzungen - diese sind aber nicht oder nur schlecht ausgeschildert.

Abschnitt:

Monistrolschlucht

Monistrol - Prades

Länge und Schwierigkeit:

8,5 km WW II-III (2x IV-)

DKV-km:

km 93,4 - km 101,9

Befahrbarkeit:

fast ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2+

Unterhalb von Monistrol befindet sich ebenfalls eine interessante Schluchtstrecke - die Monistrolschlucht.

Gegenüber der Waldschlucht ist dieser Abschnitt nicht nur wegen den beiden Stellen mit IV-, sondern auch hinsichtlich den übrigen III´er-Stellen etwas schwerer. Die III´er-Stellen sind hier oft nicht ganz so übersichtlich wie die Schwälle in der oberhalb liegenden Waldschlucht, oft wuchtiger, enger, stärker verblockt und manchmal auch mit kleinen Gefällstufen versehen. Auch die für den Allier typischen ruhigeren Stücke zwischen den schwereren sind hier deutlich kürzer. Dafür gehen die wildwassertechnischen Schwierigkeiten dieses Flussabschnittes aber bereits nach 5 Kilometern deutlich zurück.

Die Einstiegstelle befindet sich im Ort Monistrol. Hier an der großen Straßenbrücke der D 589 am Brückenkopf auf der nordöstlichen Flussseite nach Nordwesten in Richtung Bourg d´ Monistrol abbiegen und kurz danach über eine einspurige große Stahlbrücke auf die linke Flussseite fahren. Direkt am Ende der Brückenrampe führt rechts ein kleiner Fahrweg zum nahgelegenen Fluss hinunter. Unten befinden sich einige Parkmöglichkeiten (> N 44° 58' 09'', E 03° 38' 40''). Da hier ein Raftunternehmen seine Touren beginnt, bitte die Zufahrten für Fahrzeuge mit Hänger nicht zuparken.

Das Umsetzen der Fahrzeuge von Prades nach Monistrol sollte über eine kleine Nebenstraße (ohne Bezeichnung) über die Berge westlich des Alliers erfolgen. Wer in Prades von der Ausstiegstelle kommt und in den Ort fährt, quert mitten im Ort den Kleinfluss Seuge. Direkt vor der Brücke über die Seuge zweigt links eine kleine Straße nach Süden ab und unterquert nach 100 Metern die Eisenbahnstrecke. Dieser Straße weiter bis zur Einmündung in die D 589 folgen. Die D 589 verbindet die Stadt Saugues mit dem Ort Monistrol.

Schon zu Beginn folgt schönes WW II-III mit einigen netten Schwällen (s. Bild unten; der Ort Monistrol im Hintergrund). Ab und zu liegen einige große Felsblöcke im Wasser.

Die Schwierigkeiten des Allier in der Monistrolschlucht liegen auf den ersten 5 Kilometern mit dicht aufeinanderfolgende Blockstrecken bei WW II-III, unterbrochen von zwei in Abständen folgenden etwas schweren Stellen mit WW IV-.

Bei der ersten dieser beiden Stellen handelt es sich um eine Engstelle mit einer darin befindlichen größeren und wuchtigen Welle (s. Bild unten, rechte Bildhälfte). Teilweise ist diese Welle auch als Walze ausgebildet.

Die Hauptströmung zieht hier im Oberwasser etwas auf einen halbrechts liegenden größeren Felsblock. Schon so manches Kajak oder Raft wurde hier auf den Felsblock oder sogar darüber geschoben (s. Bild oben). Am Besten bei der Anfahrt die rechte äußere Seite der knapp von oben sichtbaren schäumenden Welle anvisieren und die Stelle zwischen Felsblock und Welle/Walze queren.

Danach geht es mit abwechslungsreichem WW II-III weiter, aber auch mit immer wieder kurzen etwas `ruhigeren´ Stücken.

Bei der zweiten schwereren Stelle (ebenfalls WW IV-) handelt es sich um eine sehr lange und gefällstarke Blockstrecke (s. Bild unten).

Auch wenn diese Strecke weitgehend gradlinig verläuft und alles bei der eigentlichen Befahrung relativ gut erkannt werden kann, es werden hier auf ungefähr 150 Meter etliche Höhenmeter abgebaut! Wer hier am Anfang einen Fehler macht und schwimmt, der schwimmt durch.

Danach zunächst wieder weiter mit WW II-III (s. Bild unten) und kurzen ruhigeren Stücken.

Auf den letzten 3,5 Kilometern der Monistrolschlucht gehen die Schwierigkeiten dann deutlich auf WW I-II (III) zurück. Dabei befinden sich auf diesem Stück auch einige Zahmwasserstrecken (s. Bild oben), die aber landschaftlich dennoch lohnenswert sind.

Der übliche Ausstieg befindet sich in Prades am nordöstlichen Ortsrand kurz vor der Straßenbrücke der D 48 am linken Ufer des Allier. Im Sommer wimmelt es hier am Sandstrand von Badenen und Sonnenanbetern. Parkmöglichkeiten befinden sich oberhalb des Strandes. Die Zufahrt erfolgt über eine kleine Straße (> N 45° 01' 43'', E 03° 35' 43''), die kurz vor der Brücke abzweigt.

Wer von Langeac nach Prades zu dieser Ausstieg- bzw. Einstiegstelle will, fährt zunächst 6 Kilometer auf der D 585 und biegt dann links nach St. Arcons ab. Diese Straße verläuft teilweise auch auf der rechten Flussseite des Alliers und führt nach 7,5 Kilometern nach Prades.

Abschnitt:

Prades - Camping Langeac

Länge und Schwierigkeit:

15 km WW 0-I-II (III)

DKV-km:

km 101,9 - km 116,9

Befahrbarkeit:

fast ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2

Unterhalb von Prades beginnen - abgesehen von einer Stelle (!) - die einfacheren Abschnitte des Alliers. Mal ruhig, mal etwas lebhafter dahinfließende Abschnitte werden ab und zu von sportlichen, aber zumeist nur kurzen Schwällen unterbrochen. Der Fluss durchfließt die schöne, offene Hügellandschaft der Auvergne.

Neben privaten Kajaks und Canadiern befahren hier auch viele Boote von Verleihern den Fluss.

Der übliche Einstieg zu diesem Abschnitt befindet sich in Prades am nordöstlichen Ortsrand in der Nähe der Straßenbrücke der D 48 am linken Ufer.

Einige hundert Meter nach Fahrtbeginn fordert am Beginn einer Linkskurve ein am Anfang stärker verblockter und gefällstarker Schwall (WW III) zunächst noch etwas mehr vom Paddler (s. Bild unten, am rechten oberen Bildrand).

Der versierte Wildwasserpaddler wird hier eher die rechte Außenkurve mit seinen am Anfang befindlichen stark verblockten Stufen befahren oder auch von Felsblock zu Felsblock hinunterspielen (s. Bild oben).

Der Wanderfahrer, ob Kajakfahrer oder auch Canadierfahrer, wird dagegen eher die deutlich(!) leichtere Innenkurve wählen. Er kann hier den auf dieser Seite nur leicht verblockten Schwall je nach Wasserstand zumeist gradlinig hinunterfahren. Alternativ kann dieser Bereich aber auch einfach über das linke flache Ufer über einen Trampelpfad gut umtragen werden (rechtzeitigen Ausstieg schon 20-30 Meter vorher nicht verpassen!).

Unmittelbar danach in der rechten Außenkurve noch ein kleiner Schwall (s. vorletztes Bild oben) und nachfolgend eine kleine Walze (außerhalb des Bildes).

Von Kanuschulen werden diese drei hintereinander liegenden, unterschiedlich schweren Stellen gerne zum Üben für einen ganzen Vor- oder Nachmittag genutzt. Über einen längeren holprigen Sandweg kann man diesen Bereich bis auf 100 m anfahren (> N 45° 01' 57'', E 03° 35' 24'').

Danach beginnt dann endgültig die eigentliche (sportliche) Wanderstrecke des Allier (s. Bild unten) mit längeren Fließstrecken und gelegentlichen Schwällen.

Anderthalb Kilometer vor Langeac ist noch ein ca. 2,0-2,5 m hohes Schrägwehr zu erwähnen. Dieses kann über eine breite Bootsrutsche gut bewältigt werden. Unmittelbar nach dem luftdurchsetzten Unterwasser der Rutsche geht es mit einem Teil der Strömung dann scharf links weiter. Wer im Unterwasser des Wehres zu weit rechts gekommen ist, wird hier im ausgeprägten Kehrwasser rechts unterhalb der Rutsche zumeist noch eine Ehrenrunde drehen. Notfalls kann dieses Wehr auch links umtragen werden (rechtzeitig Anlanden!).

Kurz danach folgt an einer Engstelle in der Nähe des rechten Flussufers eine künstliche 0,5 m hohe Stufe. Vorsicht: Hinter der Stufe liegen rechts und links einige Beton- und Eisenarmierungsreste - teilweise auch nur knapp unter der Wasseroberfläche. Manchmal versperrt auch schon einmal ein Baum die Stufe, sodass die Stelle dann über das rechte Ufer umtragen werden muss.

200 m hinter der Brücke von Langeac befindet sich am linken Ufer der große Campingplatz von Langeac. Wer hier sein Zelt oder Wohnmobil stehen hat, beendet hier die Paddeltour. Ansonsten kann auch schon kurz vor der großen Brücke (> N 45° 06' 03'', E 03° 29' 55'') von Langeac an einer geeigneten Stelle die Tour abgeschlossen werden.

Abschnitt:

Langeac - Chilac

Länge und Schwierigkeit:

11 km WW 0-I-II-

DKV-km:

km 116.9 - km 127,9

Befahrbarkeit:

fast ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2

Im leichten Wildwasser des kleinen Schwalls unmittelbar am Campingplatz von Langeac (s. Bild unten) oder im daneben liegenden großen Kehrwasser wird oft von Anfängern geübt.

Unterhalb geht es auf dem Fluss im Prinzip weiter wie auf dem Flussabschnitt oberhalb von Langeac. Der Allier fließt mal mit schneller, mal mit nur geringer Strömung durch eine schöne Hügellandschaft. Ab und zu sorgen einige Schwälle für etwas Abenteuer.

Auch hier ist wieder ein Schrägwehr zu erwähnen (s. Bild unten). Dieses folgt ca. 6 Kilometer unterhalb von Langeac und wird öfters über das linke Ufer umtragen. Das Wehr ist ca. 1,5 m hoch und bietet am linken Rand eine Bootsrutsche. Wenige Meter nach der Rutsche befindet sich eine niedrige querliegende Betonmauer, die leicht rechts und schräg rechts jeweils eine Durchfahrt ermöglicht. Am Besten die Situation vor einer Befahrung vom Ufer oder evtl. auch vom Wasser oberhalb des Wehres kurz besichtigen.

Beim Auftauchen des hoch über dem Fluss auf einem Berg gelegenen Ortes Chilac (s. Bild oben) kann kurz vor der nachfolgenden Brücke unterhalb des Ortes am linken Ufer die Paddeltour am Strand eines Kanuverleihers beendet werden. Die Boote müssen über das Privatgelände und dem Zufahrtsweg zu den etwas höher gelegenen öffentlichen Parkplätzen (> N 45° 09' 18'', E 03° 26' 24'') hochgetragen werden.

Die Fahrzeuge können schnell über die den Fluss begleitende D 585 umgesetzt werden. Wer von der D 585 zum Ort Chilac abzweigt, erreicht die Parkplätze, indem er kurz vor der Brücke rechts in eine kleine Straße abbiegt. Nach 100 m tauchen links die Zufahrt zum Verleiher und die Parkplätze auf.

Abschnitt:

Chilac - kurz nach Villeneuve

Länge und Schwierigkeit:

14,5 km WW 0-I+ (II-)

DKV-km:

km 127,9 - km 142,4

Befahrbarkeit:

fast ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2

Nach Wiederaufnahme der Paddeltour in Chilac (s. Bild unten) geht es im Wesentlichen wieder wie gewohnt weiter. Insgesamt ist dieses aber der leichteste von allen vorgenannten Abschnitten.

Auch hier ist wieder ein Schrägwehr zu erwähnen. Dieses Wehr folgt kurz nach dem Start in Chilac, ist am linken Rand 0,7 m hoch und steigt nach rechts auf 1,50 m an. Hier befindet sich in der Mitte eine (für Paddelschläge enge) Bootsrutsche. Bei entsprechenden Wasserständen ist evtl. eine Befahrung des Wehres auch am linken Rand möglich. Ggf. kann das Wehr auch einfach über das linke Ufer umtragen werden.

Im weiteren Verlauf folgen leicht strömende Abschnitte, teilweise folgt auch fast stehendes Wasser. Gelegentlich wird dieser Flussabschnitt von einzelnen leichten Schwällen unterbrochen. Bild unten - Brücke von Lavoute-Chilhac.

1,2 Kilometer hinter dem Ort Villeneuve d´Allier (s. Brücke oben), 300 m vor dem Ort La Vialette, zweigt von der D 585 rechts zum Fluss eine kleine Straße ab. Hier kann die Paddeltour an einem öffentlichen Badestrand (> N 45° 12' 26'', E 03° 23' 54'') am linken Ufer beendet werden.

Bei mehrtägigen Paddeltouren wird die Tour auf dem Allier oft fortgesetzt. Über die nachfolgenden Flussabschnitte liegen dem Verfasser außer dem DKV-Führer jedoch keine Infos vor. Im Wesentlichen dürften die Schwierigkeiten aber weiter abnehmen. Aber auch auf diesen Abschnitten sind noch das eine oder andere Wehr zu überwinden.

Zu den Wanderflussabschnitten des Alliers gibt es übrigens ein sehr interessantes Buch namens `Der Allier´ von Martin Schulze (Pollner-Verlag).

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf Juli 2003. Der Fluss hatte an diesem Tag einen niedrigen Wasserstand. Alles war durchgehend fahrbar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Bild Nr. 17 v. Dieter Schütze

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